Sieben BewerberInnen um Fiedler-Nachfolge

23. Juni 2004, 15:41
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FPÖ-Kandidat Moser gilt als Favorit - ÖVP nominiert Hengst­schläger und zwei weitere - Nowotny für SPÖ - Mayer für Grüne

Die ÖVP hat gleich drei Kandidaten für das Amt des Rechnungshofpräsidenten vorgeschlagen, die FPÖ zwei. Nur Außenseiterchancen haben die Kandidaten von SPÖ und Grünen.

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Wien - Wochenlang wurde über die Kandidaten für die Nachfolge von Rechnungshofpräsident Franz Fiedler spekuliert. Am Freitag lüftete Nationalratspräsident Andreas Khol das Geheimnis. Sechs Männer und eine Frau wurden von den Parteien nominiert.

Alphabetisch geordnet, kurz und neutral stellte Khol die Kandidaten vor. Welche Partei wen aufgestellt hat, wollte er nicht sagen. Er habe die Liste nicht als ÖVP-Politiker, sondern als Nationalratspräsident präsentiert.

Die Parteien sind den Kandidaten dennoch leicht zuzuordnen. Drei hat die ÖVP nominiert, zwei die FPÖ, je einen SPÖ und Grüne. Alle sieben Kandidaten müssen sich am kommenden Mittwoch einem Hearing im Hauptausschuss des Nationalrates stellen. Das Hearing ist nicht öffentlich. Die Wahl des Rechnungshofpräsidenten erfolgt in einer Sondersitzung des Nationalrates am 28. Juni.

Die von der ÖVP aufgestellten Kandidaten: der Linzer Rechtsprofessor Johannes Hengstschläger, der niederösterreichische Landtagsdirektor Karl Lengheimer und die stellvertretende Generalsekretärin der Wirtschaftskammer, Anna Maria Hochhauser.

Neben dem ÖBB-Manager Josef Moser, Ex-FP-Klubdirektor, kandidiert für die FPÖ auch Winfried Wolf, Sektionschef im Rechnungshofe.

Die SPÖ schickt ihren früheren Finanzsprecher Ewald Nowotny ins Rennen, die Grünen haben den Verfassungsrechtler Heinz Mayer vorgeschlagen.

Favorit Moser

Als Favorit gilt der von der FPÖ nominierte ÖBB-Manager Josef Moser, früher Klubdirektor der Freiheitlichen. Gegen ihn machen bereits die Grünen mobil. Peter Pilz bringt ihn in einer Anfrage an Khol mit einer Parteispende eines Industriellen in Zusammenhang, die 1996 Jörg Haider zugute kommen sollte. (APA/pm, DER STANDARD, Printausgabe 19./20.6.2004)

  • Trocken und ohne sichtbare emotionale Rührung, so verabschiedete sich der scheidende Rechnungshofpräsident Franz Fiedler nach zwölf Jahren Dienst vom Parlament.
    foto: cremer

    Trocken und ohne sichtbare emotionale Rührung, so verabschiedete sich der scheidende Rechnungshofpräsident Franz Fiedler nach zwölf Jahren Dienst vom Parlament.

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