Das Recht auf "Malcolm"

19. Juli 2004, 17:03
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Filmemacher Tscherkassky: "'24' wurde ja auch nicht mitten drinnen abgedreht"

Der Filmemacher Peter Tscherkassky, der an dieser Stelle gestern mit einer vehementen Forderung nach Staffel 5 von "Malcolm mittendrin" ein Comeback feierte - er legt heute im Disput mit dem ORF, der "Malcolm" erst irgendwann im Jahr 2005 fortsetzen will, ein Schäuferl nach.

"Pamphlet" betitelt T. seinen jüngsten Brief an den STANDARD. Er zeichnet darin das ergreifende Bild eines Mannes, dem das Liebste abhanden kam (und durch die Teenager-Serie "Clueless" ersetzt wurde), der aber dennoch an Vitalität nichts zu wünschen übrig lässt. "Ich finde", so T. wacker, "auch kleine Männer bzw. Menschen wie ich sollten ihre Rechte haben, auch und gerade bei Anstalten, die öffentlich-rechtlich sind, und das meint zuvorderst die Fortsetzung von Fortsetzungsserien."

Eine gewagte These, möchte man meinen. Doch T. setzt mit messerscharfer Eloquenz fort: "'24' wurde ja auch nicht mitten drinnen abgedreht, selbst wenn das viele gehofft haben mögen."

T. lässt keine Zweifel daran, dass an einen Frieden mit dem ORF für ihn nicht zu denken sein wird: "Wir werden uns nicht mit dürren Presseerklärungen abspeisen lassen, dass es Jamie" - Malcolms jüngst geborenem Bruder - "ohnehin gut gehe und dass an seiner Synchronisation bis 2005 gearbeitet werden müsse. Ein Baby! Das ist bloß schlecht verhohlene Geiselhaft. Zeigt uns doch derweil das Original! Oder lasst Heinz Prüller synchron dolmetschen! (Motto: Wie lässt Kult sich noch kultiger machen?) Und beantwortet endlich die Frage: WER TRÄGT DIE VERANTWORTUNG?" (cp/DER STANDARD, Printausgabe, 18.6.2004)

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