Delta Air: Piloten sollen künftig billiger fliegen

5. Juli 2004, 16:36
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Ohne harte Kostenschnitte droht Konkurs

Chicago - Analysten und Branchenexperten schließen es derzeit nicht aus, dass die drittgrößte US-Fluggesellschaft Delta Air Gläubigerschutz nach US-Konkursrecht beantragen muss, wenn sie ihre Kosten nicht bald in den Griff bekommt. Dazu gehören vor allem billigere Pilotenverträge, welche die höchsten in der Branche sein sollen. Zu den hohen Personalkosten schlagen sich zudem noch die Spritpreise. Wegen der hohen Ölpreise werden allein die Treibstoffkosten heuer um 670 Millionen Dollar höher sein als 2003, befürchtete Delta-Chef Gerald Grinstein.

Seit Jänner arbeitet Delta an einer Restrukturierung und will die Überprüfung seiner geschäftlichen Situation voraussichtlich Ende August abgeschlossen haben. Bis dahin will Grinstein auch weiter mit der Pilotengewerkschaft über eine Reduzierung der Gehälter verhandeln. "Wir werden jedoch keine Zugeständnisse akzeptieren, die nur eine Teillösung oder finanziellen Probleme darstellt," stellt Grinstein dezidiert fest.

Ticketpreise sinken weiter

Es sei "vollkommen klar," dass die Fluggesellschaft nicht in ihrer derzeitigen Form überleben könne, da die Ticketpreise trotz Konjunkturbelebung weiter sinken würden, warnt Grinstein. Der Markt habe eine fundamentale, strukturelle Veränderung durchgemacht und Delta müsse darauf reagieren. Der Zugang des Unternehmens zu den Kapitalmärkten sei nahezu versperrt. In mehr als zwei Drittel ihrer Märkte konkurriert Delta mit Billigfliegern.

Delta Air steht mit seinen Problemen aber nicht alleine da. Auch American Airlines und United Airlines müssen tief greifende Sparmaßnahmen durchführen. American Airlines war mit der Mutter AMR im Frühjahr 2003 nur knapp dem Konkursrichter entgangen. Der Konzern hatte sich mit der Gewerkschaft auf umfassende Zugeständnisse der Belegschaft geeinigt. United arbeitet schon seit Dezember 2002 unter Gläubigerschutz. (Reuters, bach, Der Standard, Printausgabe, 18.06.2004)

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