Live geprügelt: "Big Brother"-Zuschauer alarmierten britische Polizei

1. Juli 2004, 23:23
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Fernsehsender Channel 4 setzte Übertragung vorübergehend aus

Die britische Ausgabe der Reality-Fernsehshow "Big Brother" wirkt offenbar so real, dass Fernsehzuschauer sie nicht mehr von der Fiktion unterscheiden können: Mehrere besorgte Zuschauer riefen nach Angaben einer Sprecherin in der Nacht zu Donnerstag bei der Polizeidienststelle von Hertfordshire bei London an, weil sich betrunkene Kandidaten live im Fernsehen prügelten. Nach einem Gespräch mit den Produzenten der Serie in dem Big-Brother-Haus habe die Polizei ein Videoband der fraglichen Sequenzen angefordert und Ermittlungen eingeleitet, fügte die Sprecherin hinzu.

Wegen des Handgemenges unterbrach der Fernsehsender Channel 4 zeitweilig seine Live-Übertragung und schickte Wachpersonal in das eigens am Stadtrand von London errichtete Haus. Ein Kandidat drohte einem anderen damit, ihm den Kopf abzureißen, während weitere Bewohner in eine Prügelei verwickelt waren. Hintergrund des Gewaltausbruchs war die Rückkehr zweier Kandidatinnen, die das Haus eine Woche zuvor zum Schein verlassen hatten. Sie waren zunächst in einem Nebenraum untergebracht gewesen, von wo aus sie verfolgen konnten, wie sich ihre ehemaligen Mitbewohner über sie lustig machten.

Weil die Quoten zuletzt rückläufig waren, wollten die Produzenten das öffentliche Interesse mit spektakulären Aktionen wach halten. (APA)

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