Deutsche Welle: Online-Angebot dritte Programmsäule

1. Juli 2004, 23:34
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Gesetzesnovelle: Auslandssender plant Angebot über Periode von vier Jahren

Die Deutsche Welle soll in Zukunft außer Hörfunk und Fernsehen auch regulär ein umfassendes Internet-Angebot produzieren. Nach der am Donnerstag im deutschen Bundestag vorgelegten Gesetzesnovelle, sollen redaktionell eigenständige Online-Angebote die dritte Programmsäule des Auslandssenders werden. Die Welle solle in Zukunft ihr Angebot über eine Periode von vier Jahren planen und dafür eine sichere finanzielle Ausstattung über diesen Zeitraum vom Bund erhalten.

Mit der Novelle setze die Bundesregierung auf die Selbstverpflichtung des Senders, erklärte die zuständige Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos). Bei der Programmgestaltung behalte die Deutsche Welle aber stets das letzte Wort.

Der Sender soll in Zukunft nicht nur die "deutsche Auffassung" zum Weltgeschehen vermitteln, sondern auch stärker auf Meinungen und Haltungen in anderen Regionen eingehen. Damit sollen Hörer und Zuschauer stärker an das Programm gebunden werden. Die Deutsche Welle sendet mit einem Etat von 265 Millionen Euro (2004) weltweit in 30 Sprachen und bietet eine Fernsehprogramm auf Deutsch, Englisch und Spanisch an.

Die Ankündigung der Welle, das spanischsprachige Fernsehprogramm mit Jahresende einzustellen, war in den vergangenen Wochen auf heftige Kritik gestoßen. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte bei einem Besuch in Mexiko erklärt, in dieser Frage sei das letzte Wort noch nicht gesprochen. (APA/dpa)

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