"Bild" wegen Sensationsfotos gerügt

1. Juli 2004, 23:31
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Berg, Jassin, GSG9-Beamter, Tod eines Fußballers: Presserat übt Kritik an Boulevardblatt

Der Deutsche Presserat hat der "Bild"-Zeitung wegen der Veröffentlichung eines Fotos der brutalen Ermordung des US-Geschäftsmanns Nicholas Berg in Irak eine öffentliche Rüge erteilt. Das letzte Foto einer Serie von drei Bildern habe einen der Mörder mit dem abgetrennten Kopf Bergs gezeigt, was eine unangemessen sensationelle Darstellung sei, teilte der Presserat mit. Die Fotos seien kein journalistisches Produkt.

Unangemessen sensationell

Auch für Bilder des von der israelischen Armee getöteten Hamas-Gründers Scheich Ahmed Jassin erteilte der Presserat der "Bild"-Zeitung eine Rüge. Das Blatt hatte ein Foto des Schauplatzes gezeigt, auf dem die Reste von Jassins Rollstuhl sowie der abgetrennte und zerfetzte Kopf zu sehen waren. Den zerschmetterten Kopf zu zeigen sei unangemessen sensationell und nicht durch ein öffentliches Interesse zu rechtfertigen.

Für die Veröffentlichung eines Fotos des in Irak getöteten GSG9-Beamten unter der Überschrift "Der grausige Foto-Beweis" rügte der Presserat ebenfalls die "Bild". Der Beamte sei eindeutig identifizierbar gewesen, was mit Blick auf die Angehörigen nicht toleriert werden könne. Eines Beweises durch das Foto habe es nicht bedurft.

Eine weitere öffentliche Rüge bekam "Bild" für ein Foto vom Tod des ungarischen Fußballers Miklos Feher während eines Fußballspiels, da das Zeigen eines Sterbenden mit der Aufgabe der Presse nicht vereinbar sei.(APA)

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