"Stationen eines Künstlerlebens"

17. Juni 2004, 12:29
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Ausstellung über österreichische Exil-Malerin Trude Waehner verlängert

Wien - Die große Ausstellung "Stationen eines Künstlerlebens" über Trude Waehner (1900 – 1979) wird wegen großen Erfolges bis 3.7. verlängert. Trude Waehner war eine der bedeutenden österreichischen Malerinnen der Gegenständlichen Moderne.

Warnungen vor Faschismus

Schon in den späten 20er und frühen 30er Jahren warnte Trude Waehner in ihren Kunstwerken unmissverständlich vor den Gefahren des Faschismus. So prangerte sie etwa im "Matteotti-Zyklus" von 1927 den Justizmord am Sozialisten Matteotti durch Mussolini an.

Bauhaus

Von 1928-32 arbeitete Waehner mit Walter Gropius am Bauhaus in Dessau in der Meisterklasse von Paul Klee. Danach war sie freischaffende Künstlerin in Berlin, Paris und Italien und wurde (als Frau nur außerordentliches!) Mitglied des Hagenbundes.

Flucht

1938 flüchtete die Künstlerin, bereits von der Gestapo gesucht, in die Schweiz. Von dort aus verhalf sie gemeinsam mit dem Schriftsteller Thomas Mann anderen politisch Verfolgten zur Flucht. Unter größten Schwierigkeiten gelangte sie schließlich mit ihrem Mann und ihrem Sohn über England in die USA.

Arbeit

Im New Yorker Exil unterrichtete Waehner an verschiedenen Universitäten, widmete sich kunstpsychologischen Studien und schuf einige grandiose Gemälde vom Typ Großstadtbild.

Rückkehr

Nach dem Krieg, im Jahr 1946, kehrte sie nach Wien zurück. Waehner bekam mit größter Mühe das von ihr selbst gebaute und eingerichtete Atelier im 8. Bezirk zurück. Von 1946 bis 1963 verbrachte die Künstlerin den Winter jeweils in Wien und die Sommermonate auf ihrem Bauerngut in Dieulefit und in der Provence. Hier beschäftigte sie sich mit Themen wie dem Porträt, der Landschaft oder dem Stillleben.

Letzte Jahre

Ab 1963 fand Trude Waehner in einem Atelier in Venedig ihr neues Schaffenszentrum. Hier entstanden umfangreiche Holzschnittzyklen, in denen die Künstlerin politische Inhalte, zeithistorische Motive sowie christliche Themen bearbeitete und zum Teil auch miteinander verknüpfte. 1973 hielt sie sich vorübergehend in Spanien auf, wo sie ebenfalls Kontakte mit antifaschistischen Kreisen zum Sturz des Franco-Regimes aufnahm. 1979 starb Trude Waehner in Wien.

Werke der Künstlerin besitzen u.a. das Musèe d’Art Moderne in Paris, das Historische Museum der Stadt Wien, die Universität für angewandte Kunst, die Österreichische Galerie im Belvedere, das Unterrichtsministerium, die Graphische Sammlung Albertina sowie bedeutende in- und ausländische Privatsammlungen. (red)

Galerie Szaal
Wien 8, Josefstädterstraße 74, präsentiert 60 Ölgemälde, Aquarelle und Holzschnitte (Mo-Fr:10-18, Sa:10-12 Uhr)

Links
Trude Waehner
Galerie Szaal
  • Brooklyn Harbor mit Manhatten im Hintergrund
Öl auf Leinwand, signiert, 40er Jahre, WVZ-Nr. 233, 74 x 114,5 cm
    trude waehner
    Brooklyn Harbor mit Manhatten im Hintergrund Öl auf Leinwand, signiert, 40er Jahre, WVZ-Nr. 233, 74 x 114,5 cm
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