England gegen Schweiz unter Zugzwang

17. Juni 2004, 20:04
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Kapitän Beckham: "Frust loswerden" - Schweizer England-Legionär Henchoz: "Können überraschen"

Coimbra - Nach der bitteren 1:2-Niederlage gegen Titelverteidiger Frankreich ist Österreichs kommender WM-Quali-Gegner England am Donnerstag in Coimbra (18 Uhr) gegen die Schweiz schon im zweiten Spiel zum Siegen verdammt! "Auf uns wartet ein hartes Stück Arbeit, wenn wir gewinnen wollen. Wir alle waren niedergeschlagen, aber ich kann versichern, dass wir jetzt alle wieder gut drauf sind", sagte der englische Teamkapitän David Beckham, der gegen die Tricolores mit dem verjuxten Elfer zum tragischen Helden des ersten Hits dieser Fußball-EM geworden war.

"...das katastrophale Ende!"

Der in Diensten von Real Madrid stehende Star erwartet im Cidade-Stadion eine Trotzreaktion seiner Mannschaft. "Das Gute an uns Engländern ist die Mentalität, es den Leuten zu zeigen, dass sie falsch liegen", appelliert Beckham an den Stolz der "Lions", denen er ein langes Turnier zutraut. "Doch dafür müssen wir anfangen zu gewinnen. Wenn wir nicht gewinnen, sind wir weg", meinte er. Auch Keeper David James, der den Penalty vor dem entscheidenden 1:2 verschuldet hatte, sieht es so: "Eine weitere Niederlage wäre das katastrophale Ende!"

Vor dem 19. Treffen der beiden Länder (Bilanz: elf England-Siege, drei Schweiz-Erfolge und vier Remis) sieht der 33-jährige James von Manchester City überhaupt keine die Gefahr, den gegen Kroatien torlos gestarteten Kontrahenten zu unterschätzen. "Wir müssen so mit Herz spielen und eine Leistung bringen wie wir das gegen die Franzosen gezeigt haben", sagt James, der "bester Torhüter des Turniers" werden will. Kapitän Beckham gab folgende Devise aus: "Die Schweiz muss für Sonntag bezahlen. Wir wollen unseren Frust loswerden."

Wicky soll Beckham stören

Dass das Beckham selbst nicht gelingt, dafür möchte Raphael Wicky sorgen. Der HSV-Verteidiger soll in seinem 54. Länderspiel die Kreise von Beckham entscheidend stören. "Ich habe noch nie gegen ihn und England gespielt, aber ich freue mich und werde alles unternehmen, damit Beckham sein Können nicht ausspielen kann", meinte der 27-Jährige, der sich die Spezialarbeit wohl mit seinem hinter ihm in der Viererkette agierenden Christoph Spycher teilen wird.

Der eidgenössische Teamchef stuft die England-Niederlage gegen Frankreich als perfektes Resultat für seine Truppe ein. "Dadurch steht der punktlose Gegner unter Druck, er muss angreifen und das eröffnet uns die Gelegenheit zum hoffentlich effektiven Kontern. Das muss unser Ziel sein", skizziert Jakob "Köbi" Kuhn seinen Fahrplan. Stephane Henchoz, Legionär vom FC Liverpool und damit Klubkollege von Owen, Gerrard und Carragher, hält einen Schweizer Erfolg für machbar: "Wir können überraschen!"

Umstellungen in beiden Teams

Sowohl Kuhn als auch sein Widerpart Sven-Göran Eriksson ("Wir müssen die letzten drei Minuten vom Sonntag vergessen, aber am Donnerstag und das weitere Turnier so spielen wie gegen die Franzosen") werden gegenüber den EM-Ouvertüren Umstellungen vornehmen. Für den nach seinem Ausschluss gegen Kroatien gesperrten Vogel dürfte im Schweizer Mittelfeld Celestini oder Cabanas beginnen. Und der Schwede, dessen Mannen im Hinblick auf die WM-Qualifikation gegen Österreich wieder von ÖFB-Co-Trainer Slavko Kovacic beobachtet wird, muss nach dem Ausfall von Nicky Butt (Knie) wahrscheinlich auch auf Paul Scholes (Knöchel) verzichten. Als erster Ersatzmann steht Owen Hargreaves steht Gewehr bei Fuß.(APA/Reuters/SIZ)

Donnerstag:

  • England - Schweiz (Cidade-Stadion von Coimbra, 18 Uhr/MESZ, Schiedsrichter Walentin Iwanow/Russland):

    ENGLAND: James - G. Neville, Terry, Campbell, A. Cole - Beckham, Lampard, Gerrard, Scholes oder Hargreaves - Rooney, Owen

    SCHWEIZ: Stiel - Haas, Müller oder Henchoz, M. Yakin, Spycher - Huggel, Celestini oder Cabanas, H. Yakin, Wicky - Chapuisat, Frei

    • Sol Campbell weiß worum es geht.

      Sol Campbell weiß worum es geht.

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