Auch deutsche Bundesagentur für Arbeit Opfer von rechtsradikalen Spam

2. Juli 2004, 12:42
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Chef der Agentur distanziert sich von ausländerfeindlichem Inhalt

Auch die deutsche Bundesagentur für Arbeit ist Opfer der zur Zeit im Internet grassierenden E-Mail-Viren mit ausländerfeindlichem Inhalt geworden. BA-Chef Franz Jürgen Weise sah sich am Mittwoch gezwungen, sich von rechtsradikalen E-Mails zu distanzieren, die scheinbar von Mitarbeitern der Arbeitsagentur verschickt werden.

Nicht "von uns"

"Auch wenn arbeitsamt.de im Absender steht, stammen diese Mails nicht von uns", betonte er. "Selbstverständlich werden über unsere Computer keine ausländerfeindlichen oder extremistischen Parolen verbreitet." Ausgangspunkt dieser Mails ist nach Angaben der Behörde der Virus Sober.G. Er habe Rechner im Internet oder schlecht geschützte Rechner von Firmen, Behörden und Universitäten angegriffen.

Außenkontakte

Auf befallenen Rechnern werden Adressenlisten missbraucht, um damit so genannte Spam-Mails unter falschem Namen zu versenden. Die Rechner der BA seien zwar von dem Virus nicht betroffen gewesen. Da aber Mitarbeiter der Bundesagentur häufig Außenkontakte hätten, seien viele ihrer E-Mail-Adressen in Computersystemen außerhalb der BA verfügbar.

Beschwerden

Die angeblichen Absender erfahren von den angeblich von ihnen versandten Mails dann auf Grund von Beschwerden der Empfänger der Nachricht oder von Unzustellbarkeitsnachrichten, wenn die Spam-Mail wegen einer falschen Empfangsadresse unzustellbar war. Die Bundesagentur prüft nun rechtliche Schritte gegen den Missbrauch ihrer E-Mail-Adressen. Die Bundesagentur wies auch darauf hin, dass es sich beim Absender "arbeitsamt.de" um eine Fälschung handle, da Mails aus dem Bereich der BA inzwischen nur noch mit dem Absender "arbeitsagentur.de" versendet würden. (APA/AP)

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