ORF will nicht "bremsen"

1. Juli 2004, 23:28
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Aber zügige Umstellung auf digitales Fernsehen "nicht umgehend zu bewältigen" - Verweis auf Digitalisierungskonzept

Bei der Umstellung auf digitales Antennen-Fernsehen in Österreich will der ORF keinesfalls "bremsen". Dies betonte der Öffentlich-Rechtliche am Mittwoch in einer Aussendung, mit der Aussagen des ORF-Technikdirektors Andreas Gall vom Dienstag präzisiert wurden. Deutsche Experten hatten bei einer Studienpräsentation zum Thema Digital-TV zu einem raschest möglichen Umstieg auf die neue Technologie gedrängt. Gall hatte allerdings darauf verwiesen, dass nach derzeitigem Stand mindestens fünf bis sieben Jahre nötig seien.

Dies decke sich auch mit dem derzeit geltenden Digitalisierungskonzept der Medienbehörde KommAustria, wurde dazu seitens des ORF betont. Dieses sieht einen Stufenplan vor, wonach im Jahr 2007 mit dem Umstieg begonnen wird und 2010 alle analogen Anlagen abgeschaltet werden.

Verweis auf Digitalisierungskonzept

Der Umstieg sei nicht nur mit erheblichen Kosten verbunden, auch gelte es, internationale Fristen zu beachten. So ist für 2006 die so genannte Stockholm-Nachfolgekonferenz für die europaweite Frequenzkoordination angesetzt. Auch der so genannte Multiplexer, der künftig die digitalen Signale verbreitet, werde erst 2005 ausgeschrieben, betonte der ORF. "Die geäußerten Argumente stellen somit kein 'Bremsen' dar, sondern decken sich mit dem Digitalisierungskonzept."

Darüber hinaus legte der ORF "Wert auf die Feststellung, dass die kostenbewussten Betriebsstrukturen der ORF-Sendetechnik im Vergleich mit anderen ausländischen Netzbetreibern von den Autoren der Studie explizit gewürdigt wurden". Bei der ORF-Sendetechnik stehen übrigens Änderungen an: Geplant ist die Ausgliederung in eine Tochtergesellschaft, was der ORF-Stiftungsrat noch heuer besiegeln soll. Morgen, Donnerstag, befasst sich das Gremium in seiner Sitzung bereits mit dieser Frage. (APA)

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