Rettberg steht offenbar vor Privatkonkurs

1. Juli 2004, 17:45
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Laut "News" fühlt sich die BA-CA vom Ex-Libro-Chef getäuscht und kündigt den 2003 geschlossen Vergleich auf

Wien - Ex-Libro-Chef Andre Rettberg steht nun offenbar vor seinem Privatkonkurs. Die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) hat einen im Sommer 2003 geschlossenen Vergleich, der Rettberg Schulden in der Höhe von rund 5,2 Mio. Euro gegen eine Zahlung von insgesamt rund 730.000 Euro erlässt, per Ende Mai in einem Anwaltsschreiben aufgekündigt, schreibt die Info-Illustrierte "News" in ihrer morgen, Donnerstag, erscheinenden Ausgabe.

Die Kündigung des Vergleiches bedeutet Rettbergs Privatkonkurs, denn die BA-CA verfügt bereits über einen Exekutionstitel. Macht die Bank ernst, kann sie Rettbergs Haus in Bad Fischau versteigern lassen. Zudem hat Libro-Masseverwalter Günther Viehböck rund 5,4 Mio. Euro von Rettberg eingeklagt.

BA-CA fühlt sich getäuscht

Als Grund für die Auflösung des Vergleichs führen die Bank-Anwälte den aktuellen Ermittlungsstand der strafgerichtlichen Voruntersuchungen gegen Rettberg an. Die BA-CA fühle sich von Rettberg getäuscht, ihr Vertrauen zu Rettberg sei schwer erschüttert. Wie die Ermittler meine die BA-CA, dass der ehemalige Topmanager Millionenbeträge unrechtmäßig verbracht habe. Rettbergs Anwälte bestreiten dies.

Der von den Justizbehörden seit Februar erfolglos zur Fahndung ausgeschriebene ehemalige Libro-Chef weist laut "News" die Verdächtigungen der Bank zurück: "Die Bank Austria hat als meine Hausbank über jeden Cent Bescheid gewusst, den ich investiert habe", so Rettberg laut "News". Er habe der Bank sein Vermögensverzeichnis als Grundlage für den Vergleich übermittelt.

Rettberg-Verteidiger Elmar Kresbach habe angekündigt, gegen das Vorgehen der Bank anzukämpfen. Eine Klage sei in Vorbereitung. Die BA-CA sehe einer Klage Rettbergs gelassen entgegen, wird ein Sprecher der BA-CA zitiert. (APA)

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