Virgin America stattet Flotte mit Airbus-Maschinen aus

5. Juli 2004, 16:36
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Auftrag von bis zu 105 Flugzeugen

Paris/Washington - Die neu gegründete US-Billigfluglinie Virgin America will ihre Flotte mit Flugzeugen des europäischen Herstellers Airbus ausstatten und bis zu 105 Maschinen aus der A320-Familie kaufen oder leasen. Die Entscheidung bedeutete einen Rückschlag für den Airbus-Konkurrenten Boeing, der sich ebenfalls um einen Vertragsabschluss mit Virgin America bemüht hatte.

Der Chef von Virgin America, Fred Reid, teilte am Dienstag mit, zunächst solle Airbus, das zu 80 Prozent im Besitz des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS ist, zu Beginn des kommenden Jahres 18 Maschinen ausliefern. 15 weitere A320-Flugzeuge sollten von GE Capital Aviation Services geleast werden. Der Vertrag mit Airbus enthalte zudem die Kaufoption auf weitere 72 Passagierflugzeuge, fügte Reid hinzu. Airbus teilte mit, bei der ersten Lieferung handle es sich um elf Maschinen des Typs A319 und sieben Maschinen des Typs A320.

"Zwei sehr verlockende Angebote"

"Wir hatten zwei sehr verlockende Angebote von zwei Weltklasse-Flugzeugherstellern und wir sind zufrieden mit dem günstigen wirtschaftlichen Abschluss, den wir erzielt haben", sagte Reid. Er machte keine Angaben zu finanziellen Details des Vertrags. Nach Bekanntgabe der Entscheidung gaben die Boeing-Aktien um 30 Cent nach, schlossen mit 49,29 Dollar jedoch über ihrem Vortageskurs. Im vergangenen Jahr hatte Airbus erstmals mehr Flugzeuge ausgeliefert als sein US-Konkurrent Boeing.

Virgin America war vom Chef der Fluggesellschaft Virgin Atlantic, Richard Branson, initiiert worden. Wann die neue Gesellschaft ihren Dienst aufnimmt, ist noch ungewiss. Fest steht allerdings, dass die Fluglinie Strecken innerhalb der USA bedienen wird.

Reid sagte, es sei noch zu früh, sich über mögliche Flugrouten zu äußern. Die Suche nach Investoren sei noch nicht abgeschlossen. Die Kapitalbeschaffung stellt die letzte Hürde für die Aufstellung eines Geschäftsplans dar, der den US-Behörden vorgelegt werden muss. Der Geschäftsplan muss auch die Einhaltung der Vorschriften für den Anteilsbesitz ausländischer Eigentümer an US-Fluggesellschaften sowie der Sicherheitsvorschriften dokumentieren. Derzeit ist der Anteil ausländischer Investoren an US-Fluggesellschaften auf 49 Prozent des Kapitals und 25 Prozent der Stimmrechte begrenzt. (APA/Reuters)

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