Spielehersteller klagen gegen Kopiersoftware

28. Juli 2004, 15:23
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"321 Studios" wegen "Games X Copy" erneut in Bedrängnis - Unternehmen sieht in der Software nur eine Backup-Lösung

Laut einer Meldung der US-amerikanischen Entertainment Software Association (ESA) klagen führende Spielehersteller gegen die Kopiersoftware der 321 Studios.

"Games X Copy"

Die drei führenden PC- und Videospielehersteller Eletronic Arts, Atari und Vivendi Universal Games haben laut ESA bereits Klage gegen das Software-Unternehmen 321 Studios eingereicht. 321 vertreibt ein Programm namens "Games X Copy", mit dem sich Kopien von PC-Spielen anfertigen lassen, auch wenn diese einen Kopierschutz aufweisen. Die Spielehersteller wie auch die ESA vertreten die Ansicht, dass 321 damit gegen den Digital Millenium Copyright Act (DMCA), der die Umgehung von Kopierschutzmechanismen gesetzlich verbietet, verstoßen würde. Nach Ansicht der 321 Studios ist ihr Programm nicht mehr oder weniger als eine Backup-Lösung, die es den Kunden erlauben soll, dass teuer erworbenen Original-Spiele auch bei Beschädigung der Original-CDs noch spiel- und nutzbar sind.(red)

"Die 321 Studios tarnen ihre Software als ein konsumentenfreundliches Tool, in Wirklichkeit macht die Software aber nichts anderes, als das illegale Kopieren von Spielen zu vereinfachen", ärgert sich Douglas Lowenstein, Präsident der ESA. "Nach US-Recht ist es illegal, Software herzustellen, zu vertreiben und zu verkaufen, die die in Videospielen verwendeten Kopierschutzmaßnahmen umgeht. Genau das macht aber die Software von 321 Studios - insofern gehen wir fest davon aus, dass das Gericht unserem Wunsch nachkommt und das Programm verbietet!"

Die jetzt erhobene Klage ist nicht der erste Fall, in dem 321 sich vor dem Gericht behaupten muss. Bereits Anfang 2004 war man von Macrovision auf Grund der DVD-Kopiersoftware "DVD X Copy" verklagt worden. Im Zuge der durch diesen Gerichtsprozess entstandenen Umsatzeinbußen musste man bei 321 den größten Teil der Belegschaft entlassen - von den einst mehr als 400 Mitarbeitern sind mittlerweile nur noch etwas mehr als zwanzig übrig geblieben. (tw)

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