Hahn: Wiener ÖVP ist kein "Altherrenverein"

21. Juni 2004, 18:54
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Geschäftsführender Parteiobmann soll Jungwähler nasprechen - Finz spricht von "großen Aufgaben auf Bundesebene"

Wien - "Ich werde mich um die Partei und um Wiener Fragen kümmern " - So umriss der designierte geschäftsführende Parteiobmann der Wiener ÖVP, Johannes Hahn (46), am Dienstagabend seine neue Aufgabe. Der nicht amtsführende Stadtrat zeigte sich zuversichtlich, dass er in der Partei - vor allem auch in den Bezirken - auf breite Zustimmung stoßen wird. Obmann Alfred Finz begründete die Erweiterung der Führung mit großen Aufgaben, die auf Bundesebene anstehen.

"Es gibt viel zu tun, ich denke da nur an die Verhandlungen zum Finanzausgleich, oder die Budgetverhandlungen, die im August beginnen", meinte Finz bei dem von ihm veranstalteten "Presseheurigen" der Wiener ÖVP. Auch der Vorsitz in der Euro-Gruppe Mitte 2005 bzw. die EU-Präsidentschaft 2006 stehe bevor. Aus diesem Grund brauche er Verstärkung für die notwendigen Reformen in Wien, sagte der Finanzstaatssekretär.

Auch Johannes Hahn sieht ein Problem - und zwar in der Altersstruktur der ÖVP-Wähler in Wien. "Ich bin ein Adressat für gewisse Zielgruppen", zeigte er sich überzeugt. Die Wiener ÖVP solle zeigen, dass sie kein "Altherrenverein" sei. Junge Funktionäre, die es bereits in vielen Bereichen gebe, sollten verstärkt "in die Auslage gestellt werden".

"Wobei nicht jeder schlecht ist, der schon lange dabei ist. Und es gibt auch manche, wo ich mir wünschen würde, dass er nach einer Periode geht", so Hahn. Der ÖVP sei in Wien jedenfalls das "urbane, liberale Publikum" abhanden gekommen. Dies müsse nun wieder - vor allem von den Grünen - zurückgeholt werden.

Zur Frage einer möglichen Spitzenkandidatur äußerte sich Hahn indirekt zustimmend: "Das eine bedingt das andere, da braucht man gar nicht lange herumreden." Seine Ernennung zum geschäftsführenden Parteichef ist für den 24. Juni geplant. Zuvor steht am kommenden Donnerstag noch eine Sitzung der ÖVP-Bezirksobleute auf dem Programm, wo Parteiobmann Finz "seinen" geschäftsführenden Obmann bereits präsentieren wird.

Unbekannt ist dieser den "Bezirkskaisern" aber nicht. Hahn ist selbst Bezirksparteiobmann in Wien-Wieden. Von Kritik an Bezirksfunktionären - wie sie von Finz nach der EU-Wahl gekommen ist - hält er offenbar eher wenig: "Ich glaube, die Wiener Bezirksräte rennen mehr als in anderen Bundesländern", sagte Hahn. (APA)

  • Johannes Hahn will junge Funktionäre verstärkt "in die
Auslage stellen".
    foto: cremer

    Johannes Hahn will junge Funktionäre verstärkt "in die Auslage stellen".

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