Sundt will mit MobilTel verhandeln

28. Juli 2004, 11:24
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Strategisches Interesse der Swisscom an der TA nach wie vor aufrecht

Wien - Der Chef der Telekom Austria (TA), Heinz Sundt, hat das Interesse seines Unternehmens an einem Einstieg bei der bulgarischen MobilTel bekräftigt. Er gehe nach wie vor davon aus, dass die TA die Verhandlung Ende dieses Monats wieder aufnehmen werde, sagte Sundt am Rande einer Diskussionsveranstaltung mit Tschechiens Staatspräsident Vaclav Klaus am Montagabend zur APA.

Neue Inhaber

Der bulgarische Mobilfunkbetreiber, der bisher österreichischen Investoren um den Industriellen Josef Taus und der BAWAG gehörte, ist Ende des Vormonats um 1,2 Mrd. Euro zu 100 Prozent an ein aus Altaktionären und Finanzgesellschaften bestehendes Konsortium verkauft worden. Die TA, die beim früheren Eigentümer im Vorjahr abgeblitzt war, will nun mit den neuen Inhabern verhandeln, muss allerdings noch das Closing der Transaktion abwarten. "Noch gelten Exklusivitätsklauseln", sagte Sundt.

Bei der Telekom Austria selbst steht unterdessen ein weiterer Rückzug der Staatsholding ÖIAG bevor - sie soll, so ein geltender Aufsichtsratsbeschluss heuer noch 17 Prozent ihres 42,2-Prozent-Anteils an der TA (exklusive 5 Prozent Wandelanleihe) abtreten. Der Zeitpunkt der Veräußerung ist noch offen. Sundt wollte sich dazu am Montag nicht äußern. Dies sei Sache des Eigentümers.

Gerüchte um neues Angebot der Swisscom

Zu Gerüchten, dass der ÖIAG ein neues Angebot der Swisscom dazwischengekommen sei, meinte Sundt: "Das strategische Interesse der Swisscom ist nach wie vor aufrecht." Ob die Swisscom ein neues Angebot gelegt habe, wisse er aber nicht. ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis hatte als Zielpreis zuletzt Mitte Februar 15 bis 16 Euro je Aktie genannt. Die Swisscom hatte ursprünglich nur 11 Euro für die TA geboten.

Spekulationen über seine eigene Zukunft kommentierte Sundt am Montag nur knapp: Ob sein Vertrag, der im April 2005 ausläuft, verlängert werde, werde sich "nach den Gegebenheiten richten". Dass es zu einer Verlängerung komme, unterstelle jedenfalls, "dass beide Seiten Interesse daran haben", betonte Sundt. Im "profil" war vergangene Woche bereits der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Ron Sommer, als möglicher Nachfolger Sundts gehandelt worden. (APA)

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