Yukos bietet Staat Anteile zum Kauf an

5. Juli 2004, 16:58
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Analysten sprechen von Kapitulation des Yukos-Mehrheitseigners

Moskau - Der zu Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe verurteilte russische Ölkonzern Yukos will Unternehmensanteile an den Staat verkaufen, um einer Pleite zu entgehen. Dafür müsse die Regierung allerdings die seit Monaten gesperrten Yukos-Aktiva freigeben, zitierten russische Tageszeitungen am Dienstag aus einem Yukos-Schreiben an Ministerpräsident Michail Fradkow.

"Weiße Fahne"

"Die Hauptaktionäre schwenken die weiße Fahne", kommentierten Analysten das Yukos-Angebot. Dieser lang erwartete Schritt sei eine "förmliche Kapitulation" des Yukos-Mehrheitseigners Menatep und solle die Voraussetzungen für eine außergerichtliche Einigung schaffen. Allerdings befürchteten viele Moskauer Experten, dass der Staat das Unternehmen in die Insolvenz treiben wolle, wie die Wirtschaftszeitung "Wedomosti" berichtete.

Yukos war im Mai zu einer Steuernachzahlung in Höhe von fast drei Mrd. Euro verurteilt worden. Das Steuer-Urteil soll in dieser Woche rechtskräftig werden. Bereits vor Monaten hatten Yukos-Eigner dem Staat Anteile am Unternehmen angeboten, um eine Freilassung des früheren Vorstandsvorsitzenden Michail Chodorkowski aus der Untersuchungshaft zu erreichen. Berichte über eine mögliche Zusatzemission von Yukos-Aktien zur Nachzahlung der Steuern führten am Dienstag zu vorübergehenden Kursverlusten bei Yukos von bis zu 14 Prozent. (APA/dpa)

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