Neuer Terminal für Wien

1. Juli 2004, 17:45
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Projekt "SkyLink" kostet in erster Ausbaustufe 280 Millionen Euro - Terminal und Pier entstehen bis 2008 - Plus 20 Prozent bei Passagieren

Wien - Der Flughafen Wien setzt sein Ausbauprogramm ungebremst fort. Im kommenden Jahr wird das Projekt "SkyLink" in Angriff genommen, in das in der ersten Stufe - inklusive 65 Mio. Euro für die Gepäcksortieranlage - 280 Mio. Euro investiert werden. Es handelt sich um ein neues Terminal samt Pier an der Ostseite der bestehenden Objekte mit 96 Check-In-Schaltern und 17 Andockpositionen für Flugzeuge, erklärte Vorstandssprecher Herbert Kaufmann am Dienstag in einem Pressegespräch. Die Fertigstellung ist bis 2008 geplant.

Wachstum macht Terminalerweiterung notwendig

Das Verkehrswachstum mache die Terminalerweiterung notwendig, so Kaufmann. "Wir wollen eine Kapazität von 21 Mio. Passagieren schaffen, was mit dem derzeitigen Zwei-Pisten-System möglich ist." Das am Dienstag vorgestellte Projekt "SkyLink", das von der ARGE Itten + Brechbühl AG / Baumschlager Eberele GmbH eingereicht worden war und als Sieger aus einem internationalen städtebaulichen Wettbewerb hervorging, werde zu einer Verdoppelung der derzeitigen Flughafen-Fläche führen.

Der Airport setze beim Ausbau weiter auf ein "One-Roof"-Konzept, sagte Kaufmann. "Wir wollten kein zweites Terminal." Sehr wichtig sei auch, dass die "in Europa einzigartige" Minimum-Connecting-Time von 25 Minuten erhalten bleibe, zumal der Flughafen 34 Prozent Transferverkehr aufweise. Weitere Punkte, die der Vorstandssprecher anführte, sind Flexibilität im Schengen- und Non-Schengen-Verkehr, eine direkte Verbindung zum Bahnhof sowie eine Vergrößerung der Geschäfts- und Gastronomieflächen.

Modulares System

Das Terminal müsse "ausbau- und weiter entwicklungsfähig bleiben", betonte Architekt Dietmar Eberle. Ein modulares System werde für die mögliche Erweiterbarkeit sorgen. Erhalten wolle man die Überschaubarkeit des Airports. Mit Investitionen von 475 Mio. Euro (inklusive Gepäcksortieranlage) wäre auch die Errichtung eines zweiten Piers möglich. Dann könnten bis zu 35 Mio. Passagiere pro Jahr abgefertigt werden.

"Wir gehen langfristig von fünf bis sechs Prozent Wachstum aus", sagte Kaufmann. Damit würde der Flughafen Wien etwa ein Prozent über dem europäischen Durchschnitt liegen. Schon 2004 werde der Airport eine Mio. Passagiere allein im Low Cost-Verkehr erreichen. Als Drehscheibe nach Osteuropa sei Wien auch für den Langstreckenverkehr aus dem Mittleren und Fernen Osten überaus attraktiv. Stichwort: Umsteigemöglichkeiten.

20 Prozent mehr Passagiere

Das Wachstum der Passagierzahlen am Flughafen Wien hält an. In den ersten fünf Monaten 2004 hat der Flughafen über 5,4 Mio. Passagiere abgefertigt, um 20,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Mai alleine betrug das Passagierplus sogar fast 25 Prozent. Bei den Transferpassagieren (jenen Reisenden, die am Flughafen umsteigen) wurde in den ersten fünf Monaten eine Steigerung um 23,2 Prozent auf 1,9 Millionen verzeichnet. Im Mai betrug der Zuwachs hier stolze 31 Prozent. Diese Verkehrsdaten gab das börsenotierte Unternehmen heute, Donnerstag, bekannt.

Die Flugbewegungen lagen in den Monaten Jänner bis Mai mit insgesamt 87.391 Starts und Landungen um 13,7 Prozent höher. Das Höchstabfluggewicht (MTOW) stieg um 16,4 Prozent auf 2,36 Mio. Tonnen. Beim Frachtvolumen, das 80.178 Tonnen erreichte, betrug das Plus den Angaben zufolge 16,2 Prozent. (APA)

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