Wien bestellt neue Tramways

1. Juli 2004, 10:58
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Siemens/Elin erhalten Auftrag über 150 neue Garnituren von "Ulf" im Wert von 357 Millionen Euro

Wien - Für 357 Mio. Euro haben die Wiener Linien neue Niederflur-Straßenbahnen ("Ulf") bestellt. Der Großauftrag erging an Siemens Transportation Systems (TS) und deren Konsortialpartner Elin EBG (Österreich).

Option auf weitere Garnituren

Siemens und Elin EBG werden damit weitere 150 Niederflur-Straßenbahnen vom Typ "Ultra Low Floor" an die Wiener Linien liefern. Der Vertrag, der auch eine Option über zusätzliche 150 Ulf-Garnituren enthält, wurde heute, Dienstag, in Wien feierlich unterzeichnet. Der gesamte Auftragswert (ohne Option) beläuft sich auf rund 357 Mio. Euro, davon entfallen etwa 255 Mio. Euro - also rund 70 Prozent - auf Siemens.

Die ersten 25 der jetzt in Auftrag gegebenen neuen Ulf-Straßenbahnen werden im Jahr 2006 geliefert, die übrigen bis zum Jahr 2012. Danach schließe sich eine Option über weitere 150 Ulf an. Die Straßenbahn wird komplett im Siemens-Werk in Wien gefertigt.

130 Ulfs schon im Einsatz

Siemens hatte bereits 1997 den ersten Auftrag zur Lieferung von 150 ULF erhalten. 130 davon sind bereits im Wiener Straßenbahnnetz im Einsatz, der Rest der ersten Tranche soll bis Ende 2005 ausgeliefert werden. Zehntausende Fahrgäste der Wiener Linien hätten mittlerweile den Komfort der Niederflurstraßenbahn Ulf - mit der weltweit niedrigsten Einstiegshöhe von 19 Zentimetern - schätzen gelernt, wurde bei der Zeremonie hervorgehoben.

Die ursprünglich für Wien entwickelte, extrem niedrige Straßenbahn, die mittlerweile mehr als 13 Millionen gefahrene Kilometer hinter sich hat, ist in den vergangenen Jahren auf Wunsch der Wiener Linien immer wieder modifiziert worden. Der jetzt angeschaffte neue Ulf ist leichter, klimatisiert und nach Angaben der Wiener Linien auch in der Anschaffung günstiger.

Gewichtsreduzierung und Klimaanlage neu

Der neue Ulf behält zwar das bisherige Grundkonzept bei: niedrige Einstiegshöhe, maximale Türbreiten, hohe Reisegeschwindigkeit, moderne Antriebstechnik und das Porsche-Design. Neu ist aber die Gewichtsreduzierung, die durch Vereinfachung des Antriebes sowie die Umstellung von Wasser- auf Luftkühlung erreicht wird. Die Garnituren haben auch Klimaanlagen. Außerdem konnten die Kosten für Investition und Wartung reduziert werden. Mit dieser Konzeption konnte sich das Konsortium Siemens-Elin gegenüber allen anderen Anbietern durchsetzen, wurde heute betont.

Siemens-Österreich-Generaldirektor Albert Hochleitner freut sich über den neuen Auftrag. Er sprach von einer "Erfolgsgeschichte" des Ulf, der ein "Musterbeispiel für vorbildliche Standortpolitik und einer gemeinsamen Vision für den öffentlichen Verkehr" sei. Das Fahrzeug sei im Wiener Kompetenzzentrum entwickelt und erprobt worden. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ulf im Einsatz.

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