Neonazi-Spam vermüllt weiter das Web

9. Juli 2004, 11:18
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Mails über raffinierten Computer-Wurm verschickt - Absender sind nicht Täter, sondern Opfer dieser Kampagne

Neonazi-Spam vermüllt weiter das Web Seit vergangenen Mittwoch vermüllen E-Mails mit rechtsradikalem Inhalt das Internet. Betreffzeilen wie "Asylanten begrabschten deutsches Maedchen", oder "Polizei traute sich nicht, kriminellen Auslaender festzunehmen" und berichten über angebliche Verbrechen von Migranten - der Webstandard berichtete.

Raffiniert

Laut einer Mitteilung des deutschen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) werden die Mails über einen ein Computer-Wurm, der über eine besonders raffinierte Vorgehensweise verfügt, verschickt: Sober.H versendet Massenmails an alle E-Mail-Adressen, die er auf PCs vorfindet, die zuvor durch die Vorgängerversionen von Sober infiziert worden sind. Es werden aber auch Empfänger- und Absenderadressen manipuliert. Meist gibt es diese gar nicht. Die versendeten Spams mit rechtsradikalen Inhalten führen zu erheblichen Ansehensverlusten der vermeintlichen Absender. Sie sind also nicht Täter, sondern Opfer dieser Spam-Kampagne.

Das erste Mal

Experten weisen darauf hin, dass dies wohl das erste Mal sei, dass Spam nicht zu finanziellen sondern zu politischen Zwecken verschickt wird. Brian Petersen von der dänischen Computerfirma Virus112 sagte, solche Mails seien ein gutes Werkzeug für politischen Spam. Die Tatsache, dass die Mails in deutscher Sprache verfasst seien, mache sie zum besonderen Blickfang, da Spam sonst fast immer in Englisch sei.

Updaten

Das BSI empfiehlt den Einsatz aktualisierter Viren-Schutzprogramme, die Sober.H und dessen Vorgängerversionen entfernen und eine weitere Verbreitung von Sober.H verhindern. (red/APA)

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