Weg vom "Pretty Face"

21. Juni 2004, 17:16
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Der dänische Unterhaltungs­elektronik-Spezialist Bang & Olufsen will seine Technologie­kompetenz stärker betonen

Wien - "Wir wollen weg vom reinen ,Pretty Face'-Syndrom", sagt Daniella Simmig, als PR Manager Central Europe von Bang & Olufsen (B&O) Deutschland auch für Österreich zuständig. "Wir wollen und müssen mehr unsere Technologiekompetenz hervorstreichen."

Der dänische Unterhaltungselektronikkonzern betreibt in der Zentrale in Jütland ein umfangreiches Forschungszentrum. Und in den Bereichen, in denen keine eigene Entwicklung durchgeführt wird - etwa im Bereich Plasmabildschirme - wird beim Komponentenzukauf eine "Best-of-Breed-Strategie" gefahren, wird also immer nur das Beste eingekauft.

Denn an der Strategie, nur hochpreisige Produkte mit edlem Design herstellen zu wollen, wird nicht gerüttelt. "Das Luxussegment wird weiterhin gekauft, unabhängig von konjunkturellen Schwankungen", sagt Simmig. Verkaufsrückgänge wie zuletzt in Deutschland um 13 Prozent seien darauf zurückzuführen, dass die Vertriebsschiene auf eine neue Basis gestellt werden musste.

Auch B&O von der Krise in Branche betroffen

Es hatte sich nämlich gezeigt, dass die Krise des klein- und mittelständischen Elektrofachhandels auch auf B&O durchschlug. Die Handelspartner wurden vor die Alternative gestellt: Entweder sie etablieren ein B&O-Shop-in-Shop-System mit mindestens 40 m² Verkaufsfläche - oder sie verlieren B&O als Marke. In Österreich decke man mit rund 50 Verkaufsstellen den Markt jetzt sehr gut ab.

Teile der Technologieentwicklungen von B&O fließen auch in andere Produkte, vornehmlich "intelligente medizinische Geräte". So wurde unter dem Dach der B&O-Tochter Medicom ein Stetoskop entwickelt, in das die von B&O entwickelte Lautsprechertechnologie ICEpower einfloss.

Elektronische Pillenschachtel

Auch eine elektronische Pillenschachtel wurde entwickelt, die ihren Besitzer daran erinnert, wann die nächste Medizineinnahme notwendig ist. Produkte wie diese werden nicht unter dem Markennamen B&O oder Medicom verkauftm sondern von der Pharmaindustrie vertrieben.

Medicom macht mit 140 Leuten etwa 19 Mio. Euro Umsatz. Die B&O-Gruppe hat im 2002/03 einen Umsatz von 534 Mio. Euro geschrieben (minus sechs Prozent), der operative Gewinn betrug rund 44 Mio. Euro. (Johanna Ruzicka/DER STANDARD Printausgabe, 14.06.2004)

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    foto: bang & olufsen
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