Spuren von Leben unter dem Gürtel

6. Juli 2004, 10:56
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Eine Gruppe von Studenten durfte in den legendären Katakomben unter dem Gürtel eine temporäre Rauminstallation errichten

Wien - Es gehe, betont Wiener Linien-Sprecher Johann Ehrengruber, nicht darum eine konkrete Nutzung des Raumes zu finden, sondern "Ideen zu sammeln, was auf diesem schwierigen Terrain alles denkbar sein könnte". Deshalb, so Ehrengruber, seien die Wiener Linien der Bitte des Institutes für Architektur und Entwerfen der TU näher getreten, eine Gruppe von Studenten in den legendären Katakomben unter dem Gürtel eine temporäre Rauminstallation errichten zu lassen.

Wie viele andere STANDARD-Leser auch, hatten STANDARD-Berichte über jene beim U-Bahn-Bau errichteten Höhlen unter den beiden Gürtelfahrbahnen am Europaplatz die angehenden Architekten und ihre Lehrer zu allerlei Ideen inspiriert: Die beiden dreispurigen, ursprünglich für eine - nie vorgenommene - Tieferlegung des Gürtels gebauten, Tunnel stehen schließlich seit ihrer Errichtung leer.

Dass Dienstagabend unter dem Titel "Underground" 25 Studenten eine Licht- und Toninstallation in den "geheimen" Hallen gestalten, ist eine mittlere Sensation. Denn auch wenn die Arbeiten in den Gürtelkatakomben lediglich einen Abend und nur einem erlauchten Kreis zugänglich sein werden, ist das mehr als über Jahre möglich schien: Bisher - Anfragen gab es zuhauf - galt jede Nutzung der Räume amtlich als "absolut unmöglich". (Thomas Rottenberg, Der Standard, Printausgabe, 15.06.2004)

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