Wählerstromanalyse: Drei von zehn Martin-Wählern von FPÖ

19. Juli 2004, 14:49
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Zwei Drittel der FPÖ-Wähler von 1999 blieben daheim

Wien - Die FPÖ-Anhängerschaft der EU-Wahl von 1999 hat sich am heutigen Sonntag praktisch aufgelöst. Sechs von zehn FPÖ-Wählern von 1999 sind den Urnen diesmal überhaupt fern geblieben. Zehn Prozent haben sich gleichmäßig auf SPÖ, ÖVP und Grüne verteilt - und von den verbleibenden 30 Prozent ist die Hälfte zu Hans-Peter Martin gewechselt. Lediglich 16 Prozent der Wähler von 1999 hat die FPÖ halten können, ergab die SORA-Wählerstromanalyse für den ORF.

Martin zieht FPÖ-Wähler an

Für Martin machen die früheren FPÖ-Wähler 30 Prozent seiner Anhängerschaft aus. Punkten konnte er auch bei den Nicht-Wählern von 1999, die rund 19 Prozent seiner Wählerschaft ausmachten. 24 Prozent seiner Anhänger rekrutierte er bei der SPÖ, für die er vor fünf Jahren noch Spitzenkandidat gewesen war, weitere 16 Prozent bei der ÖVP.

SPÖ gewinnt gleichmäßig

Die Wahlsiegerin SPÖ hat 76 Prozent ihrer Wähler von 1999 halten können. Gewonnen hat sie recht gleichmäßig von allen anderen Gruppierungen: 50.000 Stimmen von den Nicht-Wählern, 23.000 von der FPÖ und 25.000 von sonstigen Listen des Jahres 1999, vermutlich in erster Linie vom LIF. 117.000 frühere SPÖ-Wähler gingen diesmal nicht zur Wahl.

ÖVP mit größter Behalte-Rate

Noch größer war die Behalte-Rate mit 80 Prozent bei der ÖVP. Gewinnen konnte sie von den Nichtwählern (49.000), den sonstigen (27.000) und von der FPÖ (14.000). 72.000 Personen hat die ÖVP an die Gruppe der Nichtwähler verloren.

Grüne mit VP-Gewinnen

Die Grünen haben sieben von zehn Wählern der vorigen EU-Wahl wieder von sich überzeugen können. Gewinnen konnten die Grünen von der ÖVP (28.000), den Sonstigen (26.000) und den Nichtwählern (43.000). An die Nichtwähler verloren haben die Grünen 35.000 Personen. (APA)

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