SAP soll eigenständiges Unternehmen bleiben

15. Juli 2004, 16:59
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Nach geplatzten Fusionsgesprächen mit Microsoft

Frankfurt/Main - Der Softwarekonzern SAP hat nach den geplatzten Fusionsgesprächen mit Microsoft seinen Willen zur Eigenständigkeit bekräftigt. "Wir schaffen es gut allein, weil wir breit aufgestellt sind", sagte der Vorstandsvorsitzende Henning Kagermann der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Wir sind mit weitem Abstand Marktführer". Dem Konsolidierungsdruck auf dem Markt müssten vor allem viele mittelgroße Anbieter weichen. SAP plane keine großen Zukäufe, sei aber für kleinere Akquisitionen offener als vor einigen Jahren. Auch Firmenmitbegründer Dietmar Hopp sprach sich für die Eigenständigkeit von Europas größter Softwareschmiede für Unternehmensanwendungen aus.

Zu Beginn der Woche war bekannt geworden, dass Microsoft und SAP Fusionsgespräche geführt hatten, die wegen der "Komplexität" und schwierigen Integration abgebrochen worden seien. Bei den Sondierungen mit Microsoft sei es nicht um ein "Geschlucktwerden" gegangen, betonte Kagermann. Man spreche seit Jahren mit Microsoft über Kooperationen und habe nun eine Option ausgelotet. "Mehr war es nicht". Nach dem Abbruch der Fusionsgespräche hatten SAP und Microsoft im Mai eine gemeinsame Entwicklungspartnerschaft im Bereich der so genannten Web Services sowie eine gegenseitige Lizenzierung von Patenten bekannt gegeben.

"Erfolgsrisiko"

Dem "Focus" sagte Hopp, "der Chance, ein unschlagbares Imperium zu schaffen, steht ja schon ein gewisses Erfolgsrisiko gegenüber". Offenbar seien die Gesprächspartner beim Abwägen der Risiken auch zu dem Schluss gekommen, dass man es besser lassen sollte. "Dieses Ergebnis deckt sich mit meinem Bauchgefühl." Ein Zusammenschluss mit Microsoft hätte für SAP-Aufsichtsrat Hopp dennoch großen Charme gehabt: "Das wäre ein unschlagbares Gebilde geworden". In der schnelllebigen Softwarebranche sollte man zwar nicht in vielen Jahren denken, sagte Hopp, aber für die nächsten fünf Jahre sei die SAP auf der sicheren Seite. "In der Konstellation mit Microsoft wäre sie vielleicht 20 Jahre auf der sicheren Seite gewesen."

SAP hat einen Marktwert von rund 50 Milliarden Dollar. Das Unternehmen gilt als Marktführer in dem 40-Milliarden-Dollar-Markt für Unternehmenssoftware. SAP komme aber nicht an die Ressourcen von Microsoft mit einem Börsenwert von 280 Milliarden Dollar und von IBM mit einem Wert von rund 150 Milliarden Dollar heran, urteilen Analysten. (APA/dpa)

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