Martin: "Sieg der mutigen Bürger"

14. Juni 2004, 14:23
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Erfolg ein "Zeichen gegen Rufmordkampagne" - Er wolle nun in Brüssel "hart arbeiten" - Resetarits: Schon "ein Mandat ist ein Wunder"

Wien - "Es ist ein Sieg für die mutigen Bürger", kommentierte der eigentliche Wahlgewinner Hans-Peter Martin sein Ergebnis bei der EU-Wahl. Die hohe Zustimmung für ihn sei auch ein Zeichen gegen die "Rufmordkampagnen", die seitens mancher Politiker und Medien gegen ihn geführt worden sind, meinte Martin.

Als bloße Protestwähler wollte er seine Anhänger nicht verstanden wissen. "Mir sind alle Stimmen gleich viel wert", sagte Martin. Mit dem Auftrag wolle er nun in Brüssel "hart arbeiten".

Die überraschend hohe Zustimmung in seinem Heimatbundesland freute den Vorarlberger ganz besonders. "Die Vorarlberger sind ein bisschen die Avantgarde, sie spüren manche Sachen früher", meinte der Politiker. Künftig wolle er noch stärker gegen "Korruption und Misswirtschaft" in der EU auftreten. "Die Arbeit fängt gerade erst an", meinte Martin.

Resetarits: "Ein Wunder"

Nach seinem überraschend guten Abschneiden bei der EU-Wahl plant Hans-Peter Martin vorerst nicht, mit seiner Liste auch bei Nationalrat oder Landeswahlen anzutreten. "Eines nach dem anderen", meinte der EU-Parlamentarier. Auch der Aufbau einer Art Parteiapparates sei noch nicht in Planung. Überglücklich zeigte sich auch die Zweitgereihte, Karin Resetarits, die vor dem Wahltag die ganze Nacht gebetet hat. "Ich habe immer gesagt, ein Mandat ist ein Wunder, zwei sind ein noch größeres", meinte die ehemalige ORF-Moderatorin.

Wahlkampfkosten

Mit ihrem Mandat wolle sie vor allem die Kommunikation nach Österreich verbessern. Die Angst, dass sie ähnlich wie andere prominente Quereinsteiger im Politikalltag aus dem Blickfeld der Allgemeinheit verschwinden könnte, hat Resetarits nicht. "Keine Angst, ich werde nicht untergehen", meinte sie.

Die genaue Höhe der Wahlkampfkosten konnte Resetarits noch nicht beziffern. "Es wird aber auf den Groschen genau abgerechnet werden", versicherte die Neopolitikerin. Das überschüssige Geld, das aus der Wahlkampfrückerstattung zur Verfügung stehen wird, wird nach ihren Angaben an mehrere soziale Projekte für Jugendliche gespendet werden. (APA)

  • Hans-Peter Martin: "Die Vorarlberger sind ein bisschen
die Avantgarde, sie spüren manche Sachen früher."
    foto: standard/cremer

    Hans-Peter Martin: "Die Vorarlberger sind ein bisschen die Avantgarde, sie spüren manche Sachen früher."

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    Freude bei Hans-Peter Martin und Karin Resetarits.

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