Neue Sorgen um Zukunft der italienischen Fluglinie

1. Juli 2004, 13:30
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Alitalia-Aktien auf Talfahrt - Buchprüfungsgesellschaft verweigerte Bewertung der Bilanz 2003

Rom - In Italien wächst erneut die Besorgnis um die Zukunft der krisengeschüttelten Fluggesellschaft Alitalia. Die Buchprüfungsgesellschaft "Deloitte and Touche" weigerte sich wegen der Ungewissheit um den Fortbestand des Unternehmens die Bilanz 2003 zu bewerten, die Verluste in Höhe von 520 Millionen Euro vorweist, berichteten italienische Medien am Samstag. Ohne die Bewertung der Buchprüfungsgesellschaft kann Alitalia die Kapitalaufstockung nicht in die Wege leiten, die ihr eine lebenswichtige Finanzspritze bescheren würde.

Dank des Überbrückungskredits im Wert von 500 Millionen Euro, den Alitalia mit Hilfe des italienischen Staates und von Privatinvestoren erhalten soll, und eines neuen Sanierungsplans, der bis Ende Juli verabschiedet wird, hofft Alitalia allerdings, doch noch Grünes Licht für die Bilanz 2003 zu erhalten. Die Ungewissheit um das Unternehmen drückte am Freitag die Alitalia-Aktien an der Mailänder Börse, die um 3,46 Prozent sanken. Die Gefahr, dass die noch staatliche Fluggesellschaft in die Insolvenz schlittere, sei immer konkreter, warnten italienische Experten.

"Man kann keine Zeit verlieren. Alitalia verfügt nur noch über finanzielle Mitteln für einige Monate", warnte Gewerkschaftschef Guglielmo Epifani. Die Gewerkschaften befürchten, dass zur Rettung der Airline bis zu 5.000 Arbeitsplätze geopfert werden könnten. Alitalia-Geschäftsführer Giancarlo Cimoli wird kommende Woche EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio treffen, der er die Grundlinien des Sanierungsplans vorstellen wird. (APA)

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