Ein Todesopfer bei Bergtragödie in Kärnten

15. Juni 2004, 20:29
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Deutsche Urlauberin stürzte in den Karnischen Alpen in Graben - Deutscher Pensionist verirrte sich nach Slowenien

Klagenfurt - Ein Todesopfer und einen Schwerverletzten haben Alpinunfälle am Wochenende in Kärnten gefordert. Ein weiterer deutscher Bergwanderer ist mit dem Schrecken davongekommen. Er wurde im Nachbarland Slowenien wohlbehalten aufgefunden.

Ein Ehepaar aus Leipzig hatte am Freitag einen Wanderung auf den Gamskofel in den Karnischen alpen unternommen. Beim Rückweg, als sie eine Abkürzung nahmen, stürzte die Frau in den Hoslagraben. Ihr Mann wollte ihr zu Hilfe eile, rutschte beim Abstieg ebenfalls auf und stürzte ab. Es dauerte 15 Stunden, ehe die beiden am Samstag in den Morgenstunden von Alpingendarmen und Bergrettern aufgefunden wurden. Für die 42-jährige Monika Hack kam jede Hilfe zu spät, sie hatte einen Genickbruch erlitten.

Ihr um ein Jahr jüngerer Ehemann Manfred wurde mit Knochenbrüchen, Kopfverletzungen und Prellungen ins Krankenhaus Lienz geflogen. Er hatte 15 Stunden an der Seite seiner toten Frau auf Hilfe gewartet. Ein Notruf war nicht möglich, weil der Mann beim Sturz das Handy verloren hatte. Erst um 22.00 Uhr schlug der Quartiergeber Alarm. Eine Suche in der Nacht blieb ergebnislos.

Verirrt

Beim Abstieg von der Klagenfurter Hütte ins Bodental hatte sich Freitag am Abend ein 73-jähriger Pensionist aus Tönisvorst (Nordrhein-Westfalen) verirrt. Als der Mann weder vor noch zurück konnte, alarmierte er in der Nacht seine Frau. Diese verständigte erst tags darauf die Exekutive. Der Deutsche wurde schließlich von Mitgliedern der Bergrettung Samstag in den Mittagsstunden im benachbarten Slowenien entdeckt.

Weitere Suchaktion in Kärnten

Ebenfalls eine Suchaktion nach zwei vermeintlich vermissten Bergsteigern wurde Sonntag am Vormittag in Kärnten durchgeführt. Die beiden Männer meldeten sich zu Mittag telefonisch von Slowenien aus.

Die beiden Männer waren am Samstag von St. Jakob/Rosental (Bezirk Villach-Land) zu einer Tour in den Karawanken aufgebrochen. Weil sie sie nicht zurückgekehrt waren, schlug die Frau eines der beiden Alarm. Von der Flugeinsatzstelle Klagenfurt aus wurde ein Suchflug mit dem Hubschrauber durchgeführt. Dieser verlief ebenso negativ wie die Nachfrage bei bewirtschafteten Hütten. Kurz bevor eine organisierte Suchaktion gestartet wurde, meldeten sich die vermissten telefonisch und teilten mit, sich am Bahnhof Jesenice (Slowenien) zu befinden. (APA)

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    Das deutsche Ehepaar dürfte sich beim Abstieg vom Gamskofel verirrt haben.

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