Museum soll unter anderem auch den Patienten bei der Überwindung ihrer Impotenz helfen
St. Petersburg - Das neu eröffnete Erotik-Museum in St.
Petersburg wartet mit einer besonderen Attraktion auf: Die dort
ausgestellte Phallus-Kollektion aus Keramik enthält auch den Penis
von Grigori Rasputin, dem berühmten russischen Mönch, der im Dezember
1916 in der einstigen Zarenstadt ermordet wurde. Nach der
Beschreibung, die an dem Objekt angebracht ist, maß Rasputins bestes
Stück 28,5 Zentimeter.
Die Einrichtung ist das erste Erotik-Museum in Russland und in
einer Klinik für Urologie untergebracht. Die Phallus-Objekte und
schlüpfrigen Bilder sollten natürlich "die Neugier der Besucher
befriedigen", aber vor allem den Patienten bei der Überwindung ihrer
Impotenz helfen, sagt der Klinikdirektor und Besitzer der Sammlung,
Igor Kniaskin.
Befreiung von Ängsten
Die Atmosphäre des Museums mache die Patienten "optimistischer und
entspannter", ist sich der 37-jährige Urologe und Sexualtherapeut
sicher. "Das Ziel eines Arztes ist, seinen Patienten von dessen
Ängsten zu befreien", sagt Kniaskin. "Die Männer, die zu uns kommen,
fühlen sich auf Grund ihrer Beschwerden schlecht, und unsere lockere
und fröhliche Art beruhigt sie." Ungezwungen ist auch das Auftreten
der jungen, hübschen Assistentinnen, die mit kurzen weißen Blusen und
Stöckelschuhen über die Gänge der Klinik laufen.
Von französischem Antiquar erworben
Lediglich ein Teil der 12.000 erotischen Stücke aus dem Besitz des
Arztes werden in der Klinik ausgestellt. "Die wertvollsten Objekte
behalte ich zu Hause", sagt Kniaskin. Trotz der Vielzahl von
Ausstellungsstücken erregt der Penis des mysteriösen Mönchs und
Wunderheilers Rasputin die größte Aufmerksamkeit. "Ich habe ihn für
8.000 Dollar (6.663 Euro) von einem französischen Antiquar abgekauft,
zusammen mit Archiven, die handgeschriebene Briefe von Rasputin
enthalten", sagt der Sammler.
Der Besucher Wassili Petrovitsch, der nach eigenen Angaben "nur
aus Neugier" in dem Museum vorbeischaut, bleibt vor der hell
erleuchteten Vitrine stehen und liest: "Penis von Rasputin, ermordet
in St. Petersburg in der Nacht vom 16. zum 17. Dezember 1916. 28,5
Zentimeter." Ob es stimme, dass das Betrachten eines männlichen
Geschlechtsteils beim Kampf gegen Impotenz hilft, fragt Petrovitsch
den Arzt. "Ohne Zweifel", antwortet Kniaskin. (APA/AFP)