Die hohe Schule des Onlinehandels

20. Juni 2004, 15:13
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Seit kurzem bieten die österreichischen Volkshochschulen Kurse an, die die Grundsätze für das Kaufen und Verkaufen bei eBay und Co vermitteln sollen

Aller Anfang ist schwer. Das gilt auch für Internetauktionen. Seit kurzem bieten daher die österreichischen Volkshochschulen Kurse an, die die Grundsätze für das Kaufen und Verkaufen bei eBay und Co vermitteln sollen.

Das Optimum herausholen

Die junge Frau hat, wie sie erzählt, zwar schon selbst einiges an "Gwand" über die eBay-Plattform verkauft. Doch irgendwie hatte sie dabei das Gefühl, nicht das Optimum herausgeholt zu haben. Gemeinsam mit drei anderen Teilnehmern besucht sie daher im Polycollege Wien einen der eBay-Kurse, die seit kurzem von den Volkshochschulen in ganz Österreich angeboten werden.

Dreistündige Seminare

Die dreistündigen Seminare bieten einen Einblick in Theorie und Praxis des Onlinehandels und vor allem jede Menge Insidertipps. Ebay sei zwar prinzipiell gut für "Schnäppchen" aller Art, beim Kauf von "Computersachen" und neuwertigen Elektrogeräten rät Kursleiter Philipp Jongen sich zuerst bei den einschlägigen Mediamärkten oder bei der Onlineplattform geizhals.at umzusehen. Denn: Die Verkäufer dieser Artikel - oft gewerbliche Händler - schlagen ihre Provision und Einstellgebühr auf die Preise drauf. Und diese seien prinzipiell, bemerkt Jongen im Nebensatz, bei eBay in den vergangenen Jahren nicht geringer geworden.

Steigern macht mehr Spaß

Zwar können die Artikel auch zu einem Festpreis ge-und verkauft werden, doch beim Ersteigern sei der Spaßfaktor natürlich ein viel höherer, so der Kursleiter. Also rein ins Vergnügen. Da wird zum Beispiel ein Staubsauger um einen Euro angeboten. "Des versteh' i net, wie kann man denn da seinen Marktpreis kriegen", will einer der Teilnehmer wissen. Des Pudels Kern ist hier einerseits das eBay-Bietsystem, andererseits ein irrationales Verhalten der Käufer, der Spaßfaktor eben.

"Bei Ein-Euro-Preisen bieten viel mehr Leute mit als bei höheren Einstiegspreisen", weiß Jongen. Als Beispiel nennt er ein paar Turnschuhe, die letztlich für 69 Euro unter den virtuellen Hammer kamen. Der Bieter legt ein Höchstgebot fest, das eBay-System übernimmt die Gebotsabgabe - mit Erhöhungsschritten, die bei Preisen bis 1000 Euro zwischen 50 Cent und fünf Euro schwanken. Und zwar so lange, bis das Höchstgebot erreicht ist.

Eine einfache Sache

Einmal durchschaut, eine einfache Sache, die dem simplen Marktgesetz von Angebot und Nachfrage folgt. Doch wie im "richtigen" Leben ist Ver-und Einkaufen mit einem gewissen Aufwand verbunden. Das attraktive Präsentieren seiner Ware mit Wort und Bild beansprucht nicht wenig Zeit. Und wer ein echtes Schnäppchen machen will, meint Jongen, muss in der Endphase schon dran bleiben und braucht dann vor allem gute Nerven und eine schnelle Internetverbindung.(Karin Tzschentke/DER STANDARD, Printausgabe vom 12./13.6.2004)

  • Anton von Rüden, eBay Österreich Geschäftsführer.
    foto: ebay

    Anton von Rüden, eBay Österreich Geschäftsführer.

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