Baric strotzt vor Auftakt gegen Schweiz vor Optimismus

13. Juni 2004, 19:56
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Scharmützel mit kroatischer und Schweizer Presse - Kroatien setzt auf Spätzünder Prso - Tokic nicht in Anfangsformation

Lissabon - Vor seinem wahrscheinlich letzten großen Turnier strahlt "Otto Maximale" jugendlichen Optimismus wie eh und je aus. Der kroatische Teamchef Otto Baric, der älteste Trainer der EM in Portugal, gibt sich vor dem Auftaktspiel gegen die Schweiz (Sonntag, 18:00) in Leiria voller Zuversicht. "Meine Mannschaft ist in der Lage, so gut zu sein wie die von 1998", sagte der bald 72-Jährige, der hofft, an die Glanzzeit mit Davor Suker, Robert Prosinecki oder Zvonimir Boban anknüpfen zu können, die bei der EM 1996 ins Viertelfinale und bei der WM 1998 ins Halbfinale gekommen sind.

Baric im Clinch mit dem Blick

Für Baric bedeutet die EURO 2004 auch Abschied. Nach mehreren Scharmützeln mit der Presse hat er bereits erklärt, seinen am 31. Juli auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Doch nicht nur auf die kroatischen Medien ist Baric nicht gut zu sprechen. Der ehemalige ÖFB-Teamchef wehrt sich gegen einen Artikel im Schweizer "Blick", wonach er den Sonntag-Gegner gering schätzen würde. Er werde rechtliche Schritte einleiten, sollte der Artikel nicht zurück genommen werden. "Ich habe hohen Respekt vor den Schweizern", so Baric am Freitag.

Von einem Gegner, den man leicht schlagen müsste, will er nichts wissen. Vorentscheidend sei die Partie allemal. "Ein Remis wäre schon eine Enttäuschung. Bei einem Sieg hat man ganz große Chancen, in die zweite Runde einzuziehen", meint der Teamchef, auf dessen Mannschaft anschließend noch Titelverteidiger Frankreich und England warten.

Tokic nicht in Anfangsformation

Mit dem gesperrten Igor Tudor und dem verletzten Stammtorhüter Stipe Pletikosa fehlen Baric zwei wichtige Spieler, auch die beiden Österreich-Legionäre Mario Tokic (GAK) und Torhüter Joey Didulica (Austria Wien) stehen nicht in der Anfangsformation. Der 30-jährige Tomislav Butina vom FC Brügge erhielt den Vorzug gegenüber Didulica. "Es war immer klar, wer die Nummer zwei und die Nummer drei ist. Butina ist ein erfahrener Mann, er hat 100-prozentig mein Vertrauen", begründete er seine Entscheidung.

Baric setzt vielmehr auf die "Deutschland-Fraktion" mit Zivkovic (Stuttgart), Simunic, Niko Kovac (beide Hertha BSC), Robert Kovac (Bayern München) und Bjelica (Kaiserslautern): "Das sind Typen mit Mut und Charakter. Ich brauche keine Stars, sondern Leute, die rennen und kämpfen." Der große Trumpf könnte aber aus Monaco kommen.

Zivkovic: "Wir können jeden Gegner schlagen"

Spätzünder Dado Prso, der lange Zeit als Nachtschwärmer und Kettenraucher mit Übergewicht von sich Reden machte und erst mit 28 zu seinem Team-Debüt kam, hatte großen Anteil am Einzug von AS Monaco ins Champions-League- Finale. "Wenn wir die Schweiz schlagen, ist alles möglich", meinte Prso, der in Zukunft für die Glasgow Rangers spielen wird. Zuversichtlich gab sich auch Kapitän Boris Zivkovic. "Wir können jeden Gegner schlagen", behauptete er und kündigte den Schweizern an: "Ich bin sicher, dass sie nach der ersten Runde die Koffer packen müssen."

Die Schweiz, nach 1964 und 1996 zum dritten Mal dabei, will mit einfachem, aber effizientem Fußball ihren ersten EM-Sieg landen. An mehr denkt Trainer Jakob Kuhn noch nicht. "Die Forderung nach dem Viertelfinale ist übertrieben. Wir können es schaffen, aber wir können auch mit null Punkten nach Hause fahren", sagte der 60-Jährige. Dreh- und Angelpunkt im Team sind die Brüder Murat und Hakan Yakin, im Angriff soll es der 34-jährige Stephane Chapuisat richten. Im Jahr 2004 haben der Rekordnationalspieler (101 Einsätze) und sein Sturm-Partner Alex Frei allerdings zusammen erst zwei Tore erzielt. (APA/dpa)

Sonntag, 13. Juni, Gruppe B:

  • Schweiz - Kroatien (Leiria, 18:00, Lucilio Cardoso Batista/POR)

    Schweiz: Stiel - Haas, M. Yakin, Müller, Magnin - Huggel, Vogel, H. Yakin, Wicky - Frei, Chapuisat

    Kroatien: Butina - Simic, Simunic, Bjelica, R. Kovac - Zivkovic, N. Kovac, Sokota, Olic - Mornar, Prso

    • Schweizer Lauftraining.

      Schweizer Lauftraining.

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