5. Etappe: Italiener Simeoni gewann solo

4. Juli 2005, 11:35
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Knapper Vorsprung auf das Hauptfeld, das von Harald Morscher angeführt wurde - Australier Cadel Evans bleibt Gesamtführender

St. Veit/Glan - Harald Morscher hat sich am Freitag bei der Wiesbauer-Tour zurückgemeldet. Den Tagessieg auf der fünften Etappe von Lienz nach St. Veit/Glan (174 km) sicherte sich der Italiener Filippo Simeoni, drei Sekunden hinter dem Ausreißer setzte sich der fast 32-jährige Vorarlberger im Sprint des Feldes durch. Morscher erfüllte damit als sechster ÖRV-Profi die ÖOC-Norm für die Olympischen Spiele, bei denen allerdings nur ein Quartett antreten darf. Der Australier Cadel Evans konterte im Finish eine Attacke des Gesamt-Zweiten Michele Scarponi (ITA) und nimmt den vorletzten, längsten Abschnitt nach Bad Radkersburg (195 km) als Spitzenreiter in Angriff.

Morscher kehrte zehn Jahre nach seinem Gesamtsieg und drei Jahre nach dem Etappenerfolg in St. Michael auf das Siegespodest der Österreich-Rundfahrt zurück. "Das freut mich, aber noch wichtiger ist das Limit für Olympia. Dort will ich hin", erklärte der Fahrer des Vorarlberger Volksbank-Rennstalls. Schon bei der ersten Zieldurchfahrt hatte er gewusst, dass ihm das Finale entgegenkommt. "Der Sprint führt leicht bergauf, da brauche ich niemanden, um mir zu helfen." Dank der Zeitgutschrift verdrängte Morscher den Tiroler Gerhard Trampusch (+3:13 Minuten) von Rang elf und ist mit 3:10 Minuten Rückstand zweitbester Österreicher hinter dem zehntplatzierten Tiroler Thomas Rohregger (3:01).

Pech für Morscher, dass sich der 32-jährige Simeoni im 1,5-km-Anstieg kurz vor dem Ziel abgesetzt hatte und sich vor dem heranbrausenden Feld zu seinem siebenten Profisieg ins Ziel rettete. "Wir haben die Attacke am Berg geplant, und es ist gut gegangen", freute sich der Teamkollege von Mario Cipollini bei Domina Vacanze. Sein Kapitän Scarponi hatte im Finale, das jenem des Klassikers Mailand-San Remo ähnelt, schon zuvor einen Angriff lanciert. Doch Cadel Evans parierte die Attacke seines 19 Sekunden zurückliegenden Rivalen höchstpersönlich.

Der Australier hat damit einen weiteren Schritt in Richtung zweiten Gesamtsieg nach 2001 getan, doch sicher ist er sich seiner Sache noch nicht. "Ich hatte gute Beine, aber die längte Etappe liegt noch vor uns", erklärte Evans. Andreas Matzbacher wollte es einen Tag nach seinem zweiten Platz am Tristacher See hinter Gerrit Glomser im Finish erneut probieren. "Aber diesmal war in der Steigung ein Wegfahren unmöglich", sagte der Steirer. Nach der starken Leistung am Vortag gab ihm das Lob seines Saeco-Teamchefs weiteren Auftrieb. "Sie haben gesehen, dass ich der Stärkste war und wissen jetzt, dass ich auch Rennen gewinnen kann. Und das zählt im Profisport."

Die Olympia-Norm für das Straßenrennen in Athen haben bisher Bernhard Eisel, Gerrit Glomser und Gerhard Trampusch (jeweils A- und B-Limit) sowie Peter Wrolich, Andreas Matzbacher und Harald Morscher (jeweils A-Limit) erfüllt. Das ÖRV-Präsidium vergibt die vier Plätze Mitte Juli.(APA)

5. Etappe (Lienz - St. Veit/Glan/174 km): 1. Filippo Simeoni (ITA) 4:07:59 Stunden (Schnitt: 42,10 km/h) - 2. Harald Morscher (AUT) +3 Sek. - 3. David Kopp (GER) - 4. Jukka Vastaranta (FIN) - 5. Mitja Mahoric (SLO) - 6. Massimiliano Mori (ITA) - 7. Tomas Konecny (CZE) - 8. Sebastien Rosseler (BEL) - 9. Theo Eltink (NED) - 10. James Vanlandschoot (BEL) - 11. Stefan Rucker (AUT) - 12. Gerhard Trampusch (AUT) - weiter: 17. Christian Pfannberger (AUT) - 18. Harald Totschnig (AUT) - 22. Markus Eibegger (AUT) - 25. Cadel Evans (AUS) - 26. Maurizio Vandelli (ITA) - 32. Michele Scarponi (ITA) - 34. Thomas Rohregger (AUT) alle gleiche Zeit - 46. Siegfried Bauer (AUT) +32 Sek. - 50. Peter Pichler (AUT) gleiche Zeit

Gesamtwertung: 1. Evans 19:24:50 Stunden - 2. Scarponi +19 Sek. - 3. Vandelli +28 - 4. Konecny +1:07 Min. - 5. Jure Golcer (SLO) 1:28 - 6. Paul Crake (AUS) 1:28 - 7. Christian Werner (GER) 1:36 - 8. Wim Van Huffel (BEL) 2:52 - 9. Jaroslaw Popowitsch (UKR) 2:54 - 10. Rohregger +3:01 - 11. Morscher 3:10 - 12. Trampusch 3:13 - 14. Andreas Matzbacher (AUT) 3:38 - 24. Totschnig +10:32

Nicht am Start: Gerrit Glomser (AUT/ausgestiegen) und Fritz Berein (AUT/am Vortag bei Glocknerabfahrt gestürzt)

  • Filippo Simeoni hat gut Lachen.

    Filippo Simeoni hat gut Lachen.

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