Keine Frauensolidarität bei Kinderbetreuung

22. Juli 2004, 11:24
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SPÖ-Wirtschaftsverband übt Kritik an Obfrau des Wirtschaftsbundes Wien

Wien - Die Entlastung selbständiger Frauen durch verbesserte Kinderbetreuungseinrichtungen war Thema der Debatte der letzten Sitzung des Wiener Wirtschaftsparlaments.

Studie bestätigt Handlungsbedarf

Zwei Drittel der Wiener Unternehmerinnen mit Klein- und Mittelbetrieben (KMU) haben Kinder, 67 Prozent davon betreuen ihre Kinder unter Tags oft selbst. Dahingehend stehe nur ein knappes Drittel der Partner untertags für die Kinderbetreuung zur Verfügung. Eine im Auftrag des Wirtschaftsverbandes Wien erhobene Studie zeigt, dass aufgrund der daraus resultierenden Doppelbelastung dringender Handlungsbedarf gegeben ist und Frauen in ihren Karrierechancen massiv benachteiligt werden.

Deshalb forderte der SPÖ-Wirtschaftsverband, dass die Wirtschaftskammer Wien Modelle zur Ergänzung der derzeitigen Kinderbetreuungseinrichtungen vorab ausarbeiten und diese Modelle dann den zuständigen VertreterInnen des Landes vorstellen möge, um so für ausreichende Kinderbetreuungseinrichtungen mit entsprechenden Öffnungszeiten, die auf die Bedürfnisse der UnternehmerInnen, ihrer MitarbeiterInnen sowie der KundInnen ausgerichtet sind, zu sorgen.

Warum schweigt Brigitte Jank?

"Wenn es schon so ist, dass die Kinderbetreuung noch immer mehrheitlich zu den Aufgaben der Frauen zählt und die Unternehmerinnen deshalb gegenüber ihren männlichen Kollegen benachteiligt sind, dann ist es mir unverständlich, dass die Obfrau des Wirtschaftsbundes Wien, mit ihrer Fraktion gegen Verbesserungen für Unternehmerinnen stimmte. Schlimmer noch, Brigitte Jank schwieg in der ganzen Debatte rund um den vom Wirtschaftsverband Wien eingebrachten Antrag", so Christa Ornest, Vizepräsidentin des Wirtschaftsverbandes Wien.

"Die ÖVP-Fraktion in der Wirtschaftskammer machte es sich wieder einmal sehr einfach und forderte in einem Gegenantrag lediglich die Gemeinde Wien auf, für ausreichende entsprechende Kinderbetreuungseinrichtungen zu sorgen. Ein konstruktives Miteinander von Wirtschafskammer und Land Wien ist seitens des Wirtschaftsbundes einfach nicht gefragt. Wobei es mich sehr betroffen macht, dass Brigitte Jank als Obfrau des Wirtschaftsbundes scheinbar kein Interesse an den Frauen in der Wirtschaft hat. Ich hätte mir in diesem Falle eine fraktionsübergreifende Frauensolidarität von ihr erwartet", bedauert Ornest weiter. (red)

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