Vize-Präsident: Westen trage Verantwortung für humanitäre Krise in Darfur

1. Juli 2004, 22:09
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Ali Sman Taha: "Problem der humanitären Krise in Darfur vom Westen erzeugt und gegen Sudan verwendet"

Kairo - Für die katastrophale Versorgungslage der Menschen in der Krisenregion Darfur im Westen Sudans trägt nach den Worten des sudanesischen Vize-Präsidenten Ali Osman Taha der Westen die Verantwortung. Die humanitäre Katastrophe in Darfur sei eine "vom Westen eingefädelte Angelegenheit", sagte Taha am Donnerstag bei einem Besuch in Kairo. "Das Problem der humanitären Krise in Darfur wurde vom Westen erzeugt und gegen Sudan verwendet." Die "Kampagne" der regierungsunabhängigen Organisationen sei "absolut nicht gerechtertigt".

Laut Taha weigert sich die Europäische Union, versprochene Hilfsgelder für Darfur in Höhe von 407 Millionen Euro freizugeben. Brüssel hätte diese Summe im April für die Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen der Regierung in Khartum und den Konfliktparteien in Südsudan zugesagt. Der Vertrag war Ende Mai unterzeichnet worden.

Der UNO-Gesandte für humanitäre Hilfe in Sudan, Tom Vraalsen, hatte die Regierung in Khartum am Montag gewarnt, die Not in Darfur werde sich verschlimmern, wenn nicht schnell und noch vor Beginn der bald eintretenden Regenzeit Hilfe in die Region entsandt werde. In Darfur kämpfen seit Februar 2003 Rebellen gegen von der Regierung unterstützte arabische Milizen. Seitdem wurden nach UN-Angaben mindestens 10.000 Menschen getötet und eine Million in die Flucht getrieben. (APA)

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    Der sudanesische Vizepräsident Ali Osman Taha gibt dem Westen die Schuld für die katastrophale Lage im West-Sudan.

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