1952: Als die Sowjetunion schwedische Flugzeuge abschoss

17. Juni 2004, 11:51
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Neues Licht auf die "Catalina-Affäre": Wrack eines Aufklärers auf dem Grund der Ostsee gefunden

Stockholm - Auf dem Grund der Ostsee ist ein weiteres schwedisches Flugzeug gefunden worden, das zur Zeit des Kalten Krieges von den Sowjets abgeschossen wurde. Wie die schwedische Nachrichtenagentur TT meldete, handelt es sich bei dem Wrack um einen der beiden Aufklärer, die im Juni 1952 nach dem Abschuss einer mit für damalige Verhältnisse hochmoderner westlicher Spionage-Technologie ausgerüsteten DC-3 der schwedischen Luftwaffe nach dem verschwundenen Flieger suchten.

Die Besatzung der Maschine vom Typ "Catalina" konnte sich damals nach der geglückten Notlandung in der Nähe eines westdeutschen Schiffes in einem Gummiboot retten. Das schwedische Flugzeug war westlich der estnischen Insel Hiiumaa von einem sowjetischen Abfangjäger angegriffen worden. Die achtköpfige Besatzung der drei Tage zuvor abgeschossenen DC-3 kam dagegen ums Leben. Die DC-3 wurde im März dieses Jahres vom Grund des Meeres geborgen. Die Überreste von drei Besatzungsmitgliedern konnten bisher identifiziert werden.

Über den Abschuss beider Maschinen gab es eine jahrzehntelange Kontroverse zwischen Schweden und der Sowjetunion. Schweden gab erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991 zu, dass die DC-3 einen Abhörauftrag für die USA und Großbritannien hatte. Der Abschuss der "Catalina" war ebenso umstritten. Die Sowjets behaupteten stets, dass die Maschine ihren Luftraum verletzt habe. Die Angelegenheit fand in der schwedischen Zeitgeschichte als "Catalina-Affäre" ihren Niederschlag. Das Wrack der nunmehr in 100 Meter Tiefe ausgemachten Aufklärungsmaschine befinde sich "wesentlich weiter östlich", als dies bisher angenommen wurde, hieß es in der jetzigen Meldung.(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Eines der Flugzeuge vom Typ "Catalina"

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