Casinos Austria: Roulettetische leeren sich

16. Juni 2004, 13:45
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Plus im Ausland und Web - Card-Verkauf bringt 42 Millionen Euro - Casino Kreuzenstein soll Tschechen und Slowaken anlocken - mit Infografik

Wien - Die Casinos Austria haben 2003 im traditionellen Casinogeschäft in Österreich unter der schwachen Konjunktur und der Sparsamkeit der Konsumenten gelitten und hier Umsatz- und Besucherrückgänge verbucht. Gewachsen sind die Casinos hingegen im Auslandsgeschäft und in neuen Bereichen wie etwa bei Internetspielen. Dieser Trend hat sich auch in den ersten fünf Monaten 2004 fortgesetzt. Fürs Gesamtjahr geht Casinos Austria-Generaldirektor Leo Wallner von einem "leichten Umsatzplus" aus. Der Ertrag dürfte hingegen durch den Erlös aus dem Verkauf der 100-Prozent-Tochter Card an den bisherigen US-Konkurrenten Shuffle Master in Höhe von 42 Mio. Euro kräftig aufgefettet werden.

"Ich gehe davon aus, dass wir im traditionellen Casinogeschäft im Inland nun in etwa den Pegel erreicht haben", sagte Wallner am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz. Die Rückgänge hätten sich in den ersten fünf Monaten 2004 bereits etwas verlangsamt. Deutliche Zuwächse erwartet sich Wallner weiterhin bei den Internetspielen auf der Plattform win2day.at und beim neuen automatenähnlichen Video-Lotteriespiel "WinWin". Diese Video Lotterien Terminals werden an grenznahen und tourismusintensiven Standpunkten - wie Mayrhofen, Ebreichsdorf, Lienz und in St. Anton am Arlberg - aufgestellt.

Casino bei Burg Kreuzenstein

Das neue Casino im niederösterreichischen Leobendorf bei der Burg Kreuzenstein, das im Frühjahr 2006 eröffnet werden könnte, soll auf Grund der Grenznähe und der guten Autobahnanbindung Erstbesucher und neue Gästeschichten aus den Nachbarstaaten Tschechien und Slowakei anlocken. Auf einer Gesamtfläche von 5.000 Quadratmetern sind 400 Automaten und 20 Spieltische sowie Gastronomie- und Unterhaltungsbereiche geplant. Bis zu 400.000 Besucher pro Jahr werden erwartet.

Der Bruttospielertrag, der die Spieleinsätze minus der Gewinnauszahlungen umfasst, der Casinos Austria AG (Inland) ging im Vorjahr um 4,3 Prozent auf 218 Mio. Euro zurück, die Zahl der Casino-Besucher um 7,2 Prozent auf 2,5 Mio. Gäste. Der Umsatz reduzierte sich um 5,3 Prozent auf 310,4 Mio. Euro, die Steuerleistung um 3,1 Prozent auf 147,7 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss erhöhte sich hingegen dank Sondereffekten (etwa durch die Sportwettendividende und eine geringere Pensionsrückstellung) um 24,5 Prozent auf 12,5 Mio. Euro. Die Casinos Austria AG beschäftigt 1.900 Mitarbeiter, davon 900 Croupiers.

Bedeutung des Automatenspiels nimmt weiter zu

Die Bedeutung des Automatenspiels nimmt weiter zu. 67 Prozent des Bruttospielertrags (nach 64 Prozent 2002) entfielen auf Automatenspiele, während der Anteil der Spieltische von 36 auf 33 Prozent sank. Den höchsten Bruttospielertrag erzielte das Casino Wien (plus 1,4 Prozent), gefolgt von den Casinos Bregenz (minus 10,4 Prozent) und Baden (minus 6,0 Prozent). 66 Prozent der Casino-Gäste kamen aus dem Inland, 16 Prozent aller Gäste waren Erstbesucher, 43 Prozent Frauen. Das Casino Velden soll heuer um 11 Mio. Euro ausgebaut werden, u.a. sind eine neue Parkgarage und ein Veranstaltungsraum geplant.

Im Auslandsgeschäft ist die Casinos Austria-Gruppe, die 65 Casinos in 16 Ländern und auf Schiffen umfasst und 9.500 Mitarbeiter beschäftigt, hingegen gewachsen. Der Umsatz stieg um 12,5 Prozent auf 2,32 Mrd. Euro, die Besucherzahl erhöhte sich um 11,5 Prozent auf 16 Millionen. 2003 wurden neue Casinos in der Schweiz (St. Gallen), Griechenland (Loutraki), Südafrika (Welkom) sowie auf zwei Luxusschiffen eröffnet. Heuer sind drei weitere Casinos an Bord von Kreuzfahrtschiffen vor der Küste Floridas geplant.(APA)

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    Ein Croupier am Roulettetisch in einem Casino in Wien

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