"Ich bin dafür, dass auch in Österreich geklagt wird"

23. Juni 2004, 18:17
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Österreichischer EMI-Boss Albert Manzinger: Filesharer dürfen sich keinswegs sicher fühlen

Die Zeiten für Freunde illegaler Downloads sind hart, die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) startete gerade eine neue Welle von Klagen gegen Tauschbörsen-User. In einer globalen Aktion sollte die Internet-Piraterie weiter eingedämmt werden. In Deutschland etwa musste ein 23-Jähriger insgesamt 8.500 Euro Strafe und Schadenersatz zahlen, weil er tausende Musiktitel im Netz angeboten hatte (Der Webstandard berichtete).

Keine Sicherheit in .at

Aber auch in Österreich dürfen sich Filesharer keinswegs sicher fühlen, Klagen sind „nicht ausgeschlossen", teilte der Verband der Österreichischen Musikwirtschaft IFPI wie berichtet in einer Aussendung mit. "Jetzt ist die richtige Zeit mit illegalem file-sharing aufzuhören. Wir sammeln Beweise", so IFPI-Geschäftsführer Franz Medwenitsch.

Harte Maßnahmen

Nun spricht sich auch EMI Music-Boss Albert Manzinger für rigorose Maßnahmen aus. „Ich bin dafür, dass auch in Österreich geklagt wird. In Amerika haben diese Klagen zu einem totalen Knick bei den illegalen Downloads geführt und auch die Musikmarktentwicklung ist seit langem erstmals wieder positiv. Erst diese Maßnahme macht den Leuten das Ausmaß dessen klar, was sie damit anrichten. Es ist nun einmal verboten und strafbar.“

Legale Music-Stores

Freilich müsse ein ausreichendes Angebot an legalen Music-Stores im Internet vorhanden sein, bevor man an solche Sanktionen denken kann. Doch dieser Zeitpunkt sie laut Manzinger schon erreicht.

Gentlemen Crime

Mittlerweile ließe sich bereits ein Trend zu bezahlten Downloads erkennen. „Man hat eine ausgezeichnete Qualität, erspart sich Viren und Würmer und vor allem – eine illegale Handlung.“ Das größte Problem sei, dass Musikpiraterie momentan noch als Gentlemen Crime gehandelt wird. Es wurde genug aufgeklärt und jeder weiß, dass man sich mit illegalen Downloads + Kopieren strafbar macht.

Umsatz-Rückgang

Illegale Musik-Tauschbörsen brachten dem britischen Musikkonzern im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz-Rückgang von 2,5 Prozent. Albert Manzinger, Geschäftsführer von EMI Music Austria, setzt auf legale Download-Music-Stores.

Zahlen

Im Verhältnis zu den internationalen Zahlen erzielte EMI Music in Österreich ein deutlich besseres Ergebnis im Geschäftsjahr 2003/2004. Für die Zukunft sieht Albert Manzinger, EMI Music-Boss in Österreich, unter anderem seine Beteiligungen an den kostenpflichtigen Musikplattformen mycokemusic.at, musicdownload.aon.at, tiscali und chello als erfolgversprechend: „In allen neuen Künstlerverträgen ist die Online-Option enthalten. 98 Prozent unserer Alben werden raschestmöglich online verfügbar sein.“(red)

Links

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  • EMI Music-Boss Albert Manzinger: „Rigorose Maßnahmen gegen illegale Downloads sind notwendig.“
    bild: emi

    EMI Music-Boss Albert Manzinger: „Rigorose Maßnahmen gegen illegale Downloads sind notwendig.“

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