"Austria TopNews" steigert seine Marktanteile

1. Juli 2004, 23:22
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Staatssekretär Morak will Wertschöpfung von Programmfenster prüfen

Das österreichische ProSieben-Programmfenster "Austria TopNews" übertrifft nach Angaben von ProSieben Austria mit 10,7 Prozent Marktanteil (Anfang Juni) den Senderdurchschnitt und werde damit deutlich mehr gesehen als die deutschen Nachrichten. An Rekordtagen erreiche man bereits Marktanteile von über 15 Prozent, resümiert ProSieben Austria-Chef Markus Breitenecker aus Anlass der 100. Sendung der Nachrichtensendung zufrieden.

Mehr heimische Eigenproduktionen und eine Stärkung des Privatrundfunks war dann auch der Tenor einer Veranstaltung Montagabend in Wien, zu der SevenOne Media Austria eingeladen hat.

Medien-Staatssekretär Franz Morak (ÖVP) versicherte, auf keinen Fall derartige Programmfenster abschaffen zu wollen. Man müsse aber prüfen, in welchem Land die Wertschöpfung liegt und welchen Bestimmungen zum Beispiel im Jugendschutz das Programm unterliegt. Aus diesem Anlass soll demnächst eine EU-weite Studie in Auftrag gegeben werden, die Länder mit einer ähnlichen Medienmarkt-Situation untersuchen soll.

"Das Anzeigerecht wird kommen"

Zur Diskussion um die neuen Rundfunk-Novellen gab sich der Staatssekretär am Montagabend zuversichtlich, dass das Gesetz Dienstag im Ministerrat beschlossen werden wird: "Das Anzeigerecht wird kommen".

Durch die zunehmende Digitalisierung der Satelliten-Haushalte werde ein dualer Rundfunkmarkt erst möglich, sind sich die anwesenden Diskutanten einig. "Der Medienmarkt ist eine gewachsene Struktur, wir müssen den Markt nun langsam öffnen", so Morak. Ronald Schwärzler, ORF-Direktor für Online und neue Medien, versicherte, sich der neuen Konkurrenz "nicht kampflos" ergeben zu wollen. Ein Bedrohungsszenario seien Programmfenster wie die "Austria TopNews" bis dato jedoch nicht.

Mehr Content-Produktion "made in Austria" gewünscht

Für Sat.1 Österreich-Geschäftsführerin Stefanie Bleil ist mit rund 15 US-Dollar vor allem der Tausender-Kontakt-Preis im Vergleich zu anderen EU-Ländern viel zu hoch, um den Medienstandort in Österreich langfristig zu sichern. Man brauche als Gegenleistung für die werbetreibende Wirtschaft mehr heimische Eigenproduktionen. Bei Deutschlands Privaten ist das Verhältnis zwischen Eigen- und internationalen Produktionen bereits ausgeglichen, so Bleil. Auch der Geschäftsführer der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) Alfred Grinschgl wünscht sich mehr Content-Produktion "made in Austria". Erfreulich sei, dass die Pro-Kopf-Werbeausgaben kontinuierlich steigen.

Eine Wunschliste an die Gesetzgebung formulierten Breitenecker und Mediacom-Geschäftsführer Peter Lammerhuber: Der öffentlich-rechtliche Auftrag soll frei ausgeschrieben werden und die Gebühren entsprechend verteilt werden.

Die "Austria TopNews" mit dem Society-Format "2night.tv" sind seit 26. Jänner auf ProSieben zu sehen. Empfangen werden können sie via TV-Kabel oder Digital-Satellitenanlage. Produzent ist Helmut Brandstätters Puls TV, das Mitte Juni auch als Wiener Ballungsraum-Sender on air gehen will. (APA)

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