1. Etappe: Belgier dominieren Auftakt

4. Juli 2005, 11:35
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Tom Steels gewinnt erste Etappe im Sprint vor zwei Landsleuten - Vorjahressieger Glomser wird als Sechster bester Österreicher

Salzburg - Der Belgier Tom Steels ist der erste Spitzenreiter der Wiesbauer-Tour 2004. Der 32-Jährige Klasse-Sprinter (neun Etappensiege bei der Tour de France) setzte sich am Montag zum Auftakt in der Stadt Salzburg auf dem Kurs der U23-Zeitfahr-WM 2006 im Massenspurt vor zwei Landsleuten durch. Bester Österreicher war Gerrit Glomser als Sechster, Werner Riebenbauer wurde Achter.

Steels schloss mit seinem dritten Saisonerfolg nahtlos an seinen ersten Platz auf dem Schlussabschnitt in Wien im Vorjahr an. "Die erste und die letzte Etappe sind immer die schwierigsten", sagte der dreifache belgische Meister, der sich nicht erinnern konnte, schon einmal ein Gelbes Trikot getragen zu haben. Dass er nach 148 Kilometern auf dem Mirabellplatz jubeln konnte, verdankte er vor allem seinen Kollegen des Teams Landbouwkrediet-Colnago.

Ausreißer schon neun Minuten weg

Denn ein Quartett mit den Österreicher Stefan Rucker (Elk) und Fritz Berein (Hervis Linz), dem Schweizer Pascal Hungerbühler (Volksbank Vorarlberg) und Matteo Cappe (ITA) hatte nach Halbdistanz schon mehr als neun Minuten Vorsprung herausgeholt. Hätte der belgische Steels-Rennstall nicht zur Verfolgung geblasen, an der sich nur noch das Team Domina Vacanze beteiligte, hätten sich die Ausreißer wohl mit beachtlichem Vorsprung ins Ziel gerettet. Vor drei Jahren war eine Gruppe mit dem späteren Sieger Cadel Evans 13 Minuten vor dem Feld ins Ziel gekommen, diesmal wurden die Ausreißer 20 Kilometer vor dem Ziel gestellt.

Die Aufholjagd hat dem Rennstall, für den auch Mitfavorit Jaroslaw Popowitsch (UKR), der Giro-Fünfte, fährt, viel Kraft gekostet. "Es war sehr hart, wir mussten auf 80 Kilometern acht Minuten aufholen", sagte Steels. Die Ausreißer hatten von Beginn an ein hohes Tempo angeschlagen. "Das hat sich leider auf der Schlussrunde gerächt", meinte der Steirer Rucker. "Auch die Sprints für Bergpunkte und Bonus-Sekunden haben Kraft gekostet und zum Schluss waren wir nur noch zu dritt, weil Berein müde war."

Kitzbühler Horn wartet

Elk-Profi Rucker sicherte sich immerhin das Bergtrikot und war dank fünf Bonussekunden als bester Österreicher vor der Fahrt auf das Kitzbühler Horn Gesamt-Vierter (fünf Sekunden zurück), Hungerbühler war nach Siegen in allen drei Sprints Gesamt-Zweiter (+1 Sekunde), GLomser war Achter (+10).

Damit ist vor der Fahrt auf das das Kitzbühler Horn, der ersten Königsetappe, die Ausgangsposition für alle gleich. Glomser vermisste nach langer Rennpause noch den runden Tritt. "Ich werde alles versuchen, aber wenn es nicht klappt, bin ich nicht böse", sagt der Zweifach-Sieger zur harter Bergankunft, bei der er im Vorjahr triumphiert hatte.

Hans Peter Obwaller fühlte sich noch nicht voll fit. "Die Form ist beim Höhentraining schwer zu timen, vielleicht spüre ich auch noch meine Viruserkrankung", meine der Vorjahrs-Dritte. "Ich werde probieren, ganz vorne mitzufahren." Obwaller kündigte allerdings taktische Schachzüge seines starken Volksbank-Teams an. "Unser Motto ist immer der Angriff." Frühe Attacken sollen die Kletter-Spezialisten verunsichern. (APA/red)

Resultat 1. Etappe (Salzburg-Salzburg/148 km): 1. Tom Steels 3:28:12 Stunden - 2. Gori Gardeyn - 3. Michel van Haecke (alle BEL) - 4. David Kopp (GER) - 5. James Vanlandschoot (ESP) - 6. Gerrit Glomser (AUT/Saeco) - 7. Rene Weissinger (GER) - 8. Werner Riebenbauer (AUT/Hervis Linz) - 9. Massimiliano Mori (ITA) - 10. Matej Stare (SLO) - weiter: 14. Jochen Summer (AUT/Elk Haus)- 22. Bernhard Kohl (AUT/Rabobank) - 24. Andreas Matzbacher (AUT/Saeco) - 28. Peter Pichler (AUT/Resch und Frisch Wels) - 31. Gerhard Trampusch (Nationalteam) - 39. Paul Kasis (Nationalteam) - 40. Wolfgang Murer (AUT/Elk Haus) alle gleiche Zeit

Gesamtwertung: 1. Steels 3:28:02 Stunden - 2. Pascal Hungerbühler (SUI) 1 Sekunde zurück - 3. Gorik Gardeyn (BEL) +4 - 4. Stefan Rucker (AUT/Elk Haus) 5 - 5. Van Haecke 6 - 6. Kopp 10 - 7. Vanlandshoot - 8. Glomser - 9. Weissinger - 10. Riebenbauer - weiter: 16. Summer - 24. Kohl - 26. Matzbacher - 30. Pichler - 33. Trampusch alle gleiche Zeit

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der ehemalige belgische Meister Tom Steels ließ die Konkurrenz auf der ersten Etappe hinter sich.

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