Rekordbeteiligung beim Wiener Frauenlauf

8. Juli 2004, 11:39
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8049 Teilnehmerinnen aus 31 Ländern am Start - Charity für Waris Dirie Stiftung "Wüstenblume"

Wien - Der 13. Österreichische Frauenlauf in Wien ging am Sonntag in Wien mit einer neuen Rekordbeteiligung über die Bühne - 8.049 Frauen und Mädchen aus 31 Nationen gingen im Wiener Prater an den Start. Der Sieg ging vor 30.000 ZuschauerInnen im größten heimischen "Ladies-only-Laufbewerb" über 5 km an Susanne Pumper (15:43,4 Minuten), den 10-km-Bewerb gewann Renate Einfalt (37:23,9). Für Pumper war es der sechste Sieg beim Frauenlauf.

Auszeichnung für Waris Dirie

Am Rande des Frauenlaufes wurde UN-Sonderbotschafterin Waris Dirie mit dem "1. Österreichischen Frauenlauf Award" ausgezeichnet. Dirie debütierte auch als Läuferin und bewältigte die 5 km in beachtlichen 22:51 Minuten. U.a. ebenfalls an den Start gingen Bundesministerin Maria Rauch-Kallat, Umweltstadträtin Isabella Kosina sowie Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl.

Mehr jüngere Teilnehmerinnen

Mit mehr als 1.600 Mädchen waren diesmal gleich um 60 Prozent mehr junge Teilnehmerinnen am Start als im Vorjahr. Sehr zur Freude von Bundesministerin Rauch-Kallat, die sich erfolgreich mit ihrer Kampagne "iSch" (Innerer Schweinehund) für einen aktiveren Lebensstil einsetzt. "Ich bin begeistert, dass so viele junge Mädchen den inneren Schweinehund besiegt haben."

Beteiligte Polit-Prominenz

Sportsgeist bewiesen auch prominente Frauen aus Medien und Politik, darunter Rauch-Kallat selbst, Umweltstadträtin Isabella Kosina, Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl sowie Andrea Honer und Daniela Zeller. Frauenstadträtin Renate Brauner startete auf der neuen Nordic Walking Strecke.

Sportliche Bestleistungen

Auf der 5 km Strecke siegte Susanne Pumper in 15:43 bereits zum sechsten Mal. Damit scheint die Olympiaqualifikation für Pumper greifbar. Eva-Maria Gradwohl überzeugte als Zweitplatzierte mit 17:25 vor Brigitte Gschöpf mit 18:07. Auf der 10 km-Strecke platzierten sich Renate Einfalt mit 37:23, Nada Pauer mit 39:09 und Brigitte Wieselthaler mit 30:49. Die drei schnellsten Nordic Walkerinnen waren Elisabeth Oswald in 45:57, Melitta Toth in 45:57,5 und Rita Simoner in 45:59. Stargast auf der 5 km Nordic Walking-Strecke war Frauenstadträtin Renate Brauner: "Ich habe erst vor sechs Wochen mit Nordic Walking begonnen und halte diese Bewegungsart für einen wunderbaren Sport für Untrainierte oder Menschen mit Verletzungen."

Charity

Der Österreichische dm Frauenlauf stand dieses Jahr ganz im Zeichen von Waris Dirie, die sich als UN-Sonderbotschafterin gegen die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung einsetzt. Für jede Teilnehmerin spendete die Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien einen Euro an die Charity "Wüstenblume".

Auch die "Clean Clothes"-Kampagne machte im Rahmen des Frauenlaufes 2004 auf ihre Themen aufmerksam. Über 50 Läuferinnen setzten Zeichen für faire Arbeitsbedingungen weltweit. Im Rahmen der erstmaligen Kooperation mit der Organisatorin Ilse Dippmann wurden alle 8000 Läuferinnnen durch Informationsmaterial in den Startsackerln auf die zum Teil erschreckenden Arbeitsbedingungen in der globalen Sportbekleidungsindustrie hingewiesen.

Bei der Herstellung von Laufschuhen und Sportbekleidung werden täglich Menschen-, Frauen- und Arbeitsrechte verletzt. Ein durchschnittlicher Sportschuh kostet in Österreich um die 100 Euro. Den Großteil davon teilen sich Markenfirma, Zwischen- und Einzelhandel. Die Arbeiterin in Lateinamerika, Asien oder Afrika erhält davon lediglich 40 Cent. (APA/red)

  • Artikelbild
    foto: cck/stefan kerl
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