Engagierte Väter unterstützen

8. Juli 2004, 12:06
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SPÖ-Familiensprecherin Kuntzl fordert Berücksichtigung aktueller Forschungsergebnisse, wonach Männer partnerschaftlich agieren wollen

Wien - "Immer öfter wird über ein neues Väterbild gesprochen. Die engagierte und partnerschaftliche Wahrnehmung der Vaterrolle ist ein aktuelles Thema der Familienforschung. Dennoch klaffen Theorie und Praxis nach wie vor weit auseinander, hier ist die Politik gefragt." SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl forderte am Montag in einer Aussendung eine Maßnahmen-Initiative zur Unterstützung engagierter Väter. Untermauert werden Kuntzls Forderungen durch Wassilios E. Fthenakis. Der Familienforscher wird in der am Montag erschienenen Ausgabe des profil mit einem Appell an die Politik zitiert.

Frauen entlasten

"Es ist auffallend, dass zunehmend Studien und Untersuchungen zwar den grundsätzlichen Willen von Männern zu aktiven Vaterschaft aufzeigen, jedoch nach wie vor Frauen den größten Teil der Verantwortung gegenüber dem Kind tragen." Mit dem Ziel, engagierten Männern entgegen zu kommen und Frauen zu entlasten, müsse von Seiten der Politik Rahmenbedingungen bereit gestellt werden. Kuntzl beruft sich in diesem Zusammenhang auf die Familienforschung und die Aussagen des Experten Wassilios E. Fthenakis. Es sei für den Großteil der Familien aus rationalen Gründen nicht möglich die Betreuung ihrer Kinder partnerschaftlich zu teilen, so Fthenakis weiter. Dies habe vor allem finanzielle und organisatorische Gründe. So lange die Lohnschere zwischen Mann und Frau weit auseinander klaffe und die außerfamiliäre Kinderbetreuung begrenzt sei, hätten Familien keine geeigneten Wahlmöglichkeiten.

Vaterschutzmonat

"Der Vaterschutzmonat zum Beispiel wurde von uns im Parlament eingebracht, weil wir um die Schwierigkeiten von Eltern im Berufsleben wissen. Nach der Geburt eines Kindes die ersten Wochen zu Hause mit der Partnerin verbringen zu können, wäre hier eine wesentliche Erleichterung gewesen. Zudem müssen wir das Modell des aktiven Vaters auch ArbeitgeberInnen näher bringen. Es gilt, die Väterkarenz nicht länger das Dasein einer 'Exotenübung' fristen zu lassen. 38 Prozent der Männer können sich zwar vorstellen in Karenz zu gehen, tatsächlich nehmen in Österreich jedoch nur 2,3 Prozent der Väter diese Möglichkeit wahr." Die Gründe dafür seien vielfältig, hielt Kuntzl fest. Der Verzicht auf das weit höhere Gehalt des männlichen Partners, werde am häufigsten für die Entscheidung gegen die Väterkarenz angegeben. "Partnerschaftliche Elternschaft benötigt Förderung und Unterstützung durch die Politik", schloss Kuntzl. (red)

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