Studie: Vater-Los

8. Juli 2004, 12:06
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Eine Studie untersuchte Auswirkungen von "Vaterentbehrung"

Empirische Studien verdeutlichen zunehmend die besondere Funktion von Vätern für die Entwicklung eines Kindes. So ist auch die Literaturstudie im Auftrag des Bundesministeriums für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz 2003 zu folgenden Ergebnissen gekommen: Väter gehen mit ihren Kindern anders um als Mütter.

Motorische und spielerische Aktivitäten zum Beispiel werden von Vätern in besonderer Weise unterstützt. Väter stützen auch - mehr als Mütter - die geschlechtsspezifische Entwicklung der Kinder und fördern durch ihre spezifische Interaktion bereits beim Kleinkind die Verselbständigung. Insgesamt gesehen erhöht eine gute "Bevaterung" die Chancen des Kindes, ein gutes Selbstwertgefühl, kognitive, soziale und ethische Kompetenzen zu entwickeln.

Die heute bei weitem wichtigste Ursache für den Verlust des Vaters ist die Scheidung (Scheidungsrate 43 Prozent), bei der etwa neun von zehn Kindern der Mutter zugesprochen werden. In Familien von Alleinerziehern tendieren Buben bereits im Schulalter zu Verhaltensauffälligkeiten, Mädchen hingegen erst im Jugendalter. Erwachsene, die in Scheidungsfamilien aufgewachsen sind, haben ein höheres Risiko für den Abbruch von Lebensgemeinschaften und Ehen. Vaterentbehrung in der Kindheit kann, so die Studie, im Erwachsenenalter Beziehungsprobleme sowie emotionale Störungen oder Neigung zu Depressivität zur Folge haben. (mia, DER STANDARD, Album, 5./6.6.2004)

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