So fiktiv wie die Realität

5. Juni 2004, 17:00
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Performerin Ursula Martinez hinterfragt die Grenzen von "echtem" und "gespieltem" Verhalten

Situation 1: Videoeinspielung von PassantInnen, die Passagen rezitieren - einige von ihnen sind professionelle SchauspielerInnen, andere nicht. Ursula Martinez verteilt Geld an diejenigen im Publikum, die Laien und Profis voneinander unterscheiden können.

Situation 2: Inmitten der Performance "A Family Outing" versammeln sich nackte DarstellerInnen auf der Bühne - Ursula Martinez' eigene Familie. Der Auftritt wird anschließend in einer Publikumsdiskussion thematisiert, Fragen sind vorgegeben, und doch bleibt der Ablauf unvorhersehbar.

... so unvorhersehbar, wie die Auftritte der britischen Performerin meist wirken, auch wenn sie einem zuvor festgelegten Drehbuch folgen. Und das ist auch das Thema: das Verschwimmen der Grenzen von Realität(en) und Fiktion, "echtem" und "gespieltem" Verhalten. Vorgemacht in oben genannten älteren Programmen, nun fortgesetzt in "Show off".

Erraten: hier wird mit den Erwartungen des Publikums gespielt. Kabarett und Performance, Striptease und Magierinnen-Auftritt, Filmeinspielungen und philosophische Debatte - all das wird in "Show Off" kombiniert. Zu welchem Ergebnis ... der Abend ist klüger als der Morgen.
(red)

Ursula Martinez: "Show off": 10. u. 11. Juni, 20 h, Casanova Revue Theater
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