Weibliche Magie im Bregenzerwald

11. Oktober 2004, 10:11
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Elisabeth Stöckler bringt mit "Göttin - Hexe - Heilerin" eine Sommerausstellung ins Frauenmuseum

Hittisau - Eine zauberhafte Sommerausstellung verspricht das Frauenmuseum in Hittisau. Vom 5. Juni bis 31. Oktober steht das Museum im Banne weiblicher Magie. Mit der Ausstellung "Göttin - Hexe - Heilerin" wagt Museumsleiterin Elisabeth Stöckler die Annäherung an ein Thema, das im Bregenzerwald zwar Tradition hat, aber nur Eingeweihten geläufig ist.

In die Gegenwart gerettet

Alltagsmagie überstand im Bregenzerwald die Aufklärung und reicht bis in die Gegenwart. So pilgern zum heilenden Ilgabrünnele hoch über Schwarzenberg Wissende und Zweifelnde gleichermaßen, um Wasser gegen Augenleiden zu holen. Christianisierte Quellheiligtümer sind an mehreren Orten zu finden. Alte Bregenzerwälderinnen kennen noch den Brauch des "Quellenfütterns": Bei der Fassung einer neuen Quelle werden Käse und Brot geopfert, damit das wertvolle Nass nie versiegen möge.

Einen Grund für das Überleben magischer Praktiken vermutet der Soziologe Hermann Denz in der späten Besiedelung und Modernisierung des Bregenzerwaldes. Gemeinsam mit dem Historiker Manfred Tschaikner schuf Denz mit dem Buch "Alltagsmagie, Hexenglaube und Naturheilkunde im Bregenzerwald" die theoretische Grundlage für die Schau.

In fünf Stationen wird ein Bogen von der Eiszeit - "Naturkraft der Göttin" - bis zur Gegenwart - "Die Hexe kehrt zurück" - gespannt. Illustriert wird die Kulturgeschichte der weiblichen Magie mit Objekten, die von Repliken prähistorischer Figurinen bis zu Hörbildern mit Zaubersprüchen reichen. (jub/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.6. 2004)

  • Museumsleiterin Elisabeth Stöckler
    foto: standard
    Museumsleiterin Elisabeth Stöckler
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