Kanada: Entscheidung über Homosexuellen-Ehen aufgeschoben

22. Juli 2004, 11:16
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Sorge um Spaltung ihrer Kirche lässt AnglikanerInnen zögern

Ottawa - Aus Sorge um die Spaltung ihrer Kirche haben Kanadas AnglikanerInnen die geplante Entscheidung über Homosexuellen-Ehen vorerst um drei Jahre aufgeschoben. Die "Globe and Mail" berichtete am Donnerstag, dass die Kirchenführer bei einer Zusammenkunft in St. Catherines (Provinz Ontario) am Abend zuvor in letzter Minute für eine weitere Überprüfung der umstrittenen Frage durch ihre Bischöfe stimmten.

"Unwohl fühlen"

Den Geistlichen lag der Antrag vor, gleichgeschlechtlichen Paaren künftig den Ehesegen der anglikanischen Kirche zu erteilen. Dieses Gesuch sei im Verlauf der Debatte "verwässert" worden, berichtete die Zeitung. Selbst der neu gewählte liberale Primat von Kanadas anglikanischer Kirche, Andrew Hutchison, räumte ein, dass er sich unwohl fühlen würde, die religiöse Trauungszeremonie für Schwule oder Lesben zu vollziehen.

BeobachterInnen gehen davon aus, dass ein Votum für Homosexuellen-Ehen nicht nur die kanadische Kirche, sondern auch die Weltgemeinschaft der AnglikanerInnen hätte spalten können. Global besteht die anglikanische Kirche aus 38 autonomen Landesgemeinden. Diese hatten sich bei einer Zusammenkunft ihrer FührerInnen 1998 formal gegen gleichgeschlechtliche Ehen ausgesprochen mit der Begründung, dass der Segen für diese Paare "nicht mit der Heiligen Schrift vereinbar" sei. (APA/dpa)

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