ProSieben trennt sich von Arabella Kiesbauer

11. Juni 2004, 13:03
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Wegen unterschiedlicher Vorstellungen über die künftige Formate- Entwicklung - Daily Talk läuft aus, nun kein "Geständnis"

Nach zehn Jahren Zusammenarbeit gehen die Moderatorin Arabella Kiesbauer und der Münchner Privatsender ProSieben getrennte Wege. Wie ProSieben am Donnerstag mitteilte, erfolgt die Trennung wegen unterschiedlicher Vorstellungen über die künftige Formate-Entwicklung. Damit wird Kiesbauer auch nicht wie bisher vorgesehen die Moderation der neuen Reihe "Das Geständnis" übernehmen. Wie zu erfahren war, hatte Kiesbauer erfolglos versucht, das Konzept der Sendung so umzugestalten, dass es für sie vertretbar gewesen wäre.

Daily Talk läuft aus

Der Daily Talk "Arabella" läuft in dieser Woche nach zehn Jahren aus. Vom nächsten Montag an werden drei Wochen lang um 14 Uhr "Best of"-Ausgaben aus zehn Jahren "Arabella" gezeigt. Im Herbst geht das neue Format "Das Geständnis" auf Sendung, das Kiesbauer moderieren sollte (etat.at berichtete). Die 35-Jährige hatte sich jedoch mehrfach kritisch zu dem Konzept geäußert, in dem Laienschauspieler fiktive Konflikte austragen sollen.

"Unterschiedliche Auffassungen"

Kiesbauer hatte sich bereit erklärt, die neue Sendung zu übernehmen, zugleich jedoch geklagt: "Die Zeiten, dass die Leute echte Menschen mit echten Problemen sehen wollen, sind vorbei." Der dpa hatte sie gesagt: "Die Zuschauer haben sich durch die Gerichtsshows verführen lassen. Ich gehe zur Zeit in mich, inwiefern und wie weit ich diesem Trend folgen kann und will." Laut ProSieben gibt es nach dem Ausscheiden Kiesbauers bereits potenzielle Kandidaten für die Moderation von "Das Geständnis".

"Vorreiterin und Vorbild"

Geschäftsführer Dejan Jocic würdigte Arabella Kiesbauers Verdienste um das Genre des Daily-Talks; hier sei sie "Vorreiterin und Vorbild" gewesen und habe "das Privatfernsehen in Deutschland entscheidend mitgeprägt". Die Trennung sei jedoch "auf Grund unterschiedlicher Auffassungen unvermeidbar geworden".

ORF-Engagement

Ein konkretes ORF-Engagement für Kiesbauer, die als "Starmania"-Moderatorin ein unübersehbares Comeback in Österreich feierte, ist derzeit (noch) nicht in Sicht. Der ORF zeigt allerdings "großes Interesse, mit Arabella Kiesbauer weiter zusammenzuarbeiten", wie es unlängst in der ORF-Programmdirektion hieß. "Diverse Projekte werden entwickelt, zu einem konkreten Format wollen wir uns derzeit aber noch nicht äußern." (APA/dpa)

  • Arabella Kiesbauer
    foto: orf/schafler

    Arabella Kiesbauer

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