Scheidungsrate weiter rückläufig

8. Juli 2004, 11:54
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Wien - Laut den neuesten Zahlen von Statistik Austria ist die Scheidungsrate zum zweiten Mal in Folge rückläufig. Im vergangenen Jahr wurden 18.727 Ehen (43,2 Prozent) geschieden, um 870 oder 4,4 Prozent weniger als im Jahr 2002. D.h.: Von 100 geschlossenen Ehen endeten 43 vor der/m Scheidungsrichter/in, 2002 waren es noch 44 , im Jahr davor 46 gerichtliche Trennungen. Das Niveau der vorjährigen Rate entspricht damit ungefähr dem Wert des Jahres 2000 (43,1 Prozent).

Regional betrachtet

Überdurchschnittliche Rückgänge bei den Scheidungen verzeichneten die Bundesländer Steiermark mit minus 11,2 Prozent, das Burgenland mit minus elf Prozent, Oberösterreich mit minus 5,9 Prozent und Niederösterreich mit minus 5,3 Prozent. In Wien (minus 3,9 Prozent) und Tirol (minus 3,8 Prozent) war der Rückgang gegenüber 2002 jeweils unterdurchschnittlich. Entgegen dem gesamtösterreichischen Trend war in Vorarlberg (plus 0,6 Prozent), Kärnten (plus 3,2 Prozent) und Salzburg (plus 7,7 Plus) die Zahl der gerichtlichen Trennungen im Jahr 2003 höher als 2002.

Die meisten Scheidungen wurden laut den Zahlen wieder in Wien mit 53,2 Prozent verzeichnet, gefolgt von Vorarlberg mit 46,2 Prozent sowie Niederösterreich mit 45,8 Prozent und Salzburg mit 44,4 Prozent. Die Steiermark (38,4 Prozent) und Kärnten (38,2 Prozent) lagen im Mittelfeld. In Oberösterreich (36 Prozent), Burgenland (35,9 Prozent) und Tirol (35,7 Prozent) waren die niedrigsten Raten.

Mittlere Ehedauer 9,8 Jahre

88 Prozent aller gerichtlichen Trennungen waren einvernehmlich. Wegen Auflösung der häuslichen Gemeinschaft wurden 964 und wegen anderer Gründe 1.210 Ehen aufgelöst. Die mittlere Dauer der im Jahr 2003 geschiedenen Ehen war mit 9,8 Jahren genauso lang wie im Vorjahr. Damit dauerte fast die Hälfte bereits zehn Jahre oder länger, was wiederum eine Steigerung der mittleren Ehedauer um zwei Jahre im vergangenen Jahrzehnt bedeutet.

Der Anteil der Eheauflösungen innerhalb des ersten Jahres betrug wie auch im Vorjahr zwei Prozent. 5,3 Prozent der Lebensgemeinschaften dauerten kürzer als zwei Jahre. Deutlich zugenommen haben in den vergangenen zehn Jahren Trennungen bei Paaren, die schon sehr lange verheiratet waren: Jedes zehnte Pärchen trat noch nach der Silberhochzeit den Gang zum Scheidungsrichter an. Es gab 2003 sogar 13 Paare, die nach der Goldenen Hochzeit auseinander gingen.

Scheidungsalter

Das "typische" Scheidungsalter der Männer war 41,2 Jahre, jenes der Frauen 38,5 Jahre und lag damit jeweils um etwa vier Jahre höher als noch vor zehn Jahren (Scheidungsalter 1993: Mann 37,5 - Frau: 34,9 Jahre). (APA)

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    Scheidungsrate 1990-2003
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