Neue Ausbildung für Pädagogen in Linz: Lernen an Orten der NS-Zeit

1. Juli 2004, 22:37
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Zentraler Baustein: Zwölftägiges Seminar an Holocaust-Gedenstätte Yad Vashem in Jerusalem

Linz - Eine neue Ausbildung für Lehrer aus ganz Österreich startet ab dem kommenden Wintersemester in Linz: Um die Chancen, die die Vielzahl von Gedächtnisorten für das Lernen über Nationalsozialismus und Holocaust darstellen, besser nutzen zu können, biete die Pädagogische Akademie des Bundes den dreisemestrigen Lehrgang "Pädagogik an Gedächtnisorten" an, hieß es in einer Presseaussendung am Donnerstag.

Als erste österreichische Lehrveranstaltung größeren Rahmens befasse sich der Lehrgang mit den pädagogischen und didaktischen Fragen, die sich in der Auseinandersetzung mit Gedächtnisorten der NS-Zeit stellen, kündigten PädAk-Direktor Josef Fragner, Koordinator Christian Angerer und Hartmut Reese, Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim, an. "Diese Fragen werden interdisziplinär und mit internationalem Blickwinkel behandelt".

Zentraler Baustein des Ausbildungsprogramms sei neben historischen und didaktischen Kursen ein vom Bildungsministerium finanziertes zwölftägiges Seminar an der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Dabei sollen die Teilnehmer die israelische Sicht des Holocaust und die Struktur dieser Gedenkstätte kennen lernen. Die Absolventen des neuen Lehrgangs sollen in Zusammenarbeit mit Bildungsinstitutionen als Multiplikatoren für andere Lehrer tätig werden. (APA)

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