Aufschlussreiche Dichterbriefe

7. Juni 2004, 18:30
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Sensationelle Einsichten zum leidenschaftlichen Verhältnis von Arthur Rimbaud und Paul Verlaine

Paris - Auktionator Tajan versteigerte am 25. 5. im Hôtel Drouot-Richelieu Autografen für ein Gesamtergebnis von 635.889 Euro. Sensationell waren bisher unbekannte Briefe von Arthur Rimbaud und Paul Verlaine über das leidenschaftliche Verhältnis der beiden Dichter. Verlaine schoss in Brüssel auf Rimbaud, was ihm zwei Jahre Gefängnis eintrug. Verlaine beschreibt 1873 in einem Brief an Victor Hugo die Mordversuchsszene und bittet um Intervention.

Das Schreiben Hugos an Verlaines Frau Mathilde Mauté ist beigelegt. Die beiden Autografen erzielten 148.920 Euro. Ein Rimbaud-Manuskript des Gedichts d'Edgar Poe mit bisher unbekannten Varianten wurde mit 143.202 Euro zugeschlagen. Die Autografen stammten aus dem Nachlass von Verlaines Frau. In Paris kursiert nun das Gerücht, dass der Opium rauchende Jüngling, den Picasso 1907 porträtierte (Garçon à la pipe) und der gerade in New York zum teuersten Gemälde (104 Millionen Dollar) wurde, Rimbaud darstellen soll. (ogw / DER STANDARD, Printausgabe, 3.6.2004)

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