Sudan: Rebellen werfen Khartum Bruch von Waffenruhe vor

1. Juli 2004, 07:42
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Milizen sollen 24 Zivilisten in Darfur getötet haben

Libreville - Die Rebellen in der sudanesischen Konfliktregion Darfur haben der Zentralregierung in Khartum erneut den Bruch der im April beschlossenen Waffenruhe vorgeworfen. Von Khartum unterstützte arabische Milizionäre hätten am Dienstag die Ortschaft Adjidji angegriffen und 24 Zivilisten getötet, sagte Oberst Abdallah Abdel Kerim von der Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit der Nachrichtenagentur AFP in Libreville.

Einen Tag zuvor habe die sudanesische Luftwaffe das Dorf bombardiert. Abdel Kerim warf weiter dem Nachbarland Tschad vor, Sudan auf Grundlage eines gemeinsamen "Sicherheitsabkommens" die Landung eines mit Militärmaterial beladenen Flugzeugs in dem Grenzort Tine erlaubt zu haben.

Etwa 100.000 Sudanesen sind im Zuge des Konfliktes in Darfur in das Nachbarland Tschad geflüchtet. In Darfur kämpfen zwei Rebellenorganisationen schwarzafrikanischer Ethnien seit Februar vergangenen Jahres gegen arabische Milizen, die von Khartum unterstützt werden. Zur Überwachung einer im April vereinbarten Waffenruhe sollen die ersten internationalen Beobachter am Mittwoch in Darfur eintreffen. (APA)

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