Beim eBay-"Sniping" braucht man nicht nur starke Nerven

10. Juni 2004, 18:36
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100 Tricks für den ultimativen Online-Handel

Den "technischen und diplomatischen Herausforderungen" beim Bummeln über den größten Marktplatz im Internet widmet sich eine Sammlung von 100 "eBay Hacks". Der Autor David Karp ergründet alle Aspekte der Online-Auktionen mit dem Ziel, "geschickter und sicherer zu handeln, mehr Geld zu verdienen und dabei auch noch Spaß zu haben".

Verhalten entwickeln

Die ersten acht Tipps beziehen sich auf das Bewertungssystem. Hier wirbt der Autor dafür, gezielt soziale Fertigkeiten für das Verhalten in der Online-Community zu entwickeln. So sollte man nur bei schwer wiegenden Mängeln eine negative Bewertung abgeben und sich stets um eine gelungene Kommunikation bemühen - denn "eine der am häufigsten auftretenden Ursachen für fehlgeschlagene Transaktionen ist die Unfähigkeit einer der Parteien, der anderen eine E-Mail zu schicken".

Käufer und Verkäufer

Die weiteren Tipps und Tricks sind unterteilt nach Ratschlägen für Käufer und Verkäufer. Hier hält der Autor eine Reihe von Kniffen für die gezielte Suche nach gewünschten Artikel bereit. Einen möglichst weit reichenden Überblick zu Angebot und Nachfrage erhält man bei der Suche nach abgeschlossenen Auktionen, wenn hier nicht nur der eBay-Marktplatz im eigenen Land, sondern auch ebay.com und weitere Länder-Marktplätze erfasst werden. Wenn das Buch auch Skripte für automatische Suchanfragen bei eBay vorstellt, geht der Autor an die Grenzen der Nutzungsbedingungen und mahnt, verantwortungsbewusst damit umzugehen.

Klug

Eine große Zahl von "Hacks" befasst sich mit dem klugen Bieten. Karp rät zwar zum Einsatz des Bietagenten mit der Möglichkeit von Maximalgeboten. Zugleich warnt er aber davor, dass "der Reiz des Gewinnens die Urteilskraft vernebeln kann". Das "Sniping", das Bieten in den letzten zehn Sekunden vor dem Ende einer Auktion, erfordert nicht nur starke Nerven, sondern auch ein paar technische Vorbereitungen wie das Öffnen von zwei Browser-Fenstern mit derselben Auktion. Dass es beim Einsatz der umstrittenen Sniper-Programme nicht nur juristische Probleme geben kann, zeigt ein Fallbeispiel, bei dem das eigene Gebot verloren ging und der Preis unnötig in die Höhe getrieben wurde.

Gezielte Marktforschung

Das allerdings freut den Verkäufer, dem die "eBay Hacks" mit Ratschlägen für gezielte Marktforschung zur Seite stehen. Ausführlich beschäftigt sich der Autor mit der möglichst gelungenen Präsentation des Verkaufsangebots - bis hin zu detaillierten Empfehlungen für die Bildbearbeitung. Bei der Abwicklung der gültigen Transaktion gibt es dann wieder ganz andere Dinge zu beachten, bis hin zur Frage, wie man "mit Bummelanten, unzuverlässigen Bietern und Rücksendungen" umgeht. Wo es erforderlich ist, hat die Übersetzerin Kathrin Lichtenberg den Buchtext an die Besonderheiten von eBay Deutschland angepasst.

API

Bis ins Letzte ausgereizt wird die Online-Plattform, wenn die Programmierschnittstelle (API) von eBay in eigene Anwendungen eingebaut wird. Hier stellt der Autor eine Reihe interessanter Perl-Skripts vor, die etwa den Verkäufer automatisch mit einer E-Mail unterrichten, wenn Bieter mit überwiegend negativen Bewertungen ein Gebot bei der eigenen Auktion abgeben. Jetzt hat der Verkäufer die Möglichkeit, diese Bieter anzuschreiben und in letzter Konsequenz aus der Auktion zu streichen. (APA)

Link

eBay

David Karp: eBay Hacks.

100 Insider-Tricks & Tools. Köln: O'Reilly Verlag, 2004.

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