Die Linke am blauen Wirtskörper

14. September 2004, 11:07
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Höchste Zeit, dass etwas gegen die schamlose Gesellschaft in diesem EU-Europa geschieht

Höchste Zeit, dass etwas gegen die schamlose Gesellschaft in diesem EU-Europa, vor allem aber auch in diesem Österreich der Vaterlandsverräter geschieht. Heil soll uns von einem zum österreichischen Patrioten gewendeten deutschnationalen Recken werden, der bereit ist, furchtlos allein gegen die Linke aufzutreten.

Leicht wird es dieser Erlöser nicht haben, denn die Linke ist überall, sogar am Wirtskörper der FPÖ hat sie sich schon festgesaugt. Aber langsam beginnen sich die Fronten in Hinblick auf den Wahlkampf zum Europa-Parlament zu klären, spricht ein Walter Tributsch, der Andreas Mölzer während dessen Vorzugsstimmen-Wahlkampfs in "Zur Zeit" vertreten darf, den überparteilichen Personen des Anti-Kronberger-Komitees Mut zu. Den vier ganz offiziellen linken Listen - SPÖ, Grün-Alternative, Hans Peter Martin samt Frau Resetarits und Linksblock mit KPÖ - stehen das Kaffeekränzchen von ÖVP-Tante Ursula Stenzel und die Freiheitlichen gegenüber.

Aber auch nicht wirklich, denn bei diesen Freiheitlichen sind mit dem hochachtbaren Grün-Politiker Hans Kronberger und dem durchaus originellen Kärnten-Lobbyisten Franz Grossmann - und das ist die von ihnen selbst bestätigte Tatsache - zwei an der Spitze, die sich im Rahmen einer pluralistischen Kandidatenliste nach wie vor als Linke definieren. Franz Grossmann mehrfacher Bekundung zurfolge als "Linksliberaler" und Hans Kronberger als "Links-Grüner", der sich laut "profil" dazu bekennt - und jetzt wird 's arg -, einen Preis für seine Dissertation vom "Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes" bekommen zu haben.

Zwei von Jörg Haider unterwegs aufgelesene Beutekandidaten halt, aber eben keine freiheitlichen Tiefwurzler. Allein gegen die Linke steht also der Listen-Dritte bei den Freiheitlichen, erraten - unser Chefredakteur. Die 7 Prozent an Vorzugsstimmen, die es zur Irreführung jener Wähler bedarf, die Kronberger wollen - das wird das nationalliberale und das konservative Lager in Österreich schaffen, um zu zeigen, dass es in der Lage ist, einen seiner Exponenten nach Brüssel zu bringen.

Aber bitte die Stimmzettel markieren! Damit man in der Redaktion von "Zur Zeit" weiß, wie viele Wähler bereit sind, auch den Kulturkampf mitzutragen, zu dem Mölzer in seinem Organ blasen lässt. Dort wettert ein Helmut Müller gegen die schamlose Gesellschaft, in der die einem geilen Affenzirkus ähnelnden und von sensationsgeilen Medien und einer profitgierigen Wirtschaft geförderten "Events" einer hyperaktiven Schwulen-Szene glitzern.

Und das ist noch gar nichts gegen unverschämte Abkassierer und Sozialhilfe-Schmarotzer neben genitalfixierten Radio- und TV-"Ladies" und ebensolchen schamlosen Weibern, die öffentlich ihr Intimleben ausbreiten und sich in Magazinen und Filmen wie Huren und Schlampen darbieten. Das Wahlrecht sollte man diesen Verräterinnen an der deutschen Ehre entziehen! Und den Journalisten gleich mit.

Nicht zuletzt auch sexistische Werbefritzen und Vertreter jener Journaille, durch deren Lumpengesinnung Niedertracht und Kriecherei sich weiter ausbilden können. Sie alle blicken, ihren dereinst unvermeidlichen Abstieg ignorierend, hochmütig und pharisäerhaft auf die ihr natürliches Schamgefühl und ihre Intimsphäre noch bedachte schweigende Mehrheit hinunter. Welches Kleinformat wird die noch bedachte schweigende Mehrheit nach dieser Enthüllung wohl abbestellen?

Die hier aufgezählten Übel sind keineswegs auf Österreich beschränkt, sie verkörpern vielmehr eine Tendenz, die sich in vielfältiger Weise kundtut und besonders dekadenten Gesellschaften eigen ist, wie eben denen der EU. Daher: nur nicht den linken Kronberger ankreuzen! Vor allen die Sau herauszulassen, scheint mittlerweile bereits ein absolutes Muss zu sein - das darf nicht einreißen. Auch wenn es Jörg Haider eben wieder getan hat. (DER STANDARD; Printausgabe, 1.6.2004)

Von Günter Traxler
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